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Archiv der Odenwaldschule im Staatsarchiv begrenzt einsehbar

Zufahrt zur Odenwaldschule in Ober-Hambach bei Heppenheim (Hessen). Foto: Arne Dedert/Archiv Zufahrt zur Odenwaldschule in Ober-Hambach bei Heppenheim (Hessen). Foto: Arne Dedert/Archiv
Darmstadt/Heppenheim. 

Das Archiv der nach einem Missbrauchsskandal schließlich insolventen Odenwaldschule ist im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt gelandet. Insgesamt seien etwa 450 Meter Akten und Ordner eingegangen, sagte Archivar Lars Adler am Dienstag. „Wir haben alles übernommen, was die Odenwaldschule hatte. Das ist auch der Brisanz des Themas geschuldet.” An der Reformschule in Heppenheim hatten vor Jahrzehnten laut einem Bericht Lehrer mindestens 132 Schüler sexuell missbraucht. Ausgegangen wird auch von bis zu 500 Opfern. Zuerst hatte das Darmstädter Echo am Dienstag auf seiner Internetseite von dem Umzug der Akten berichtet.

Nicht alle der Akten dürfe jeder einsehen, sagte Adler. Gerade für Personalakten oder für die mehr als 4000 Schülerakten gebe es datenschutzrechtliche Fristen, beispielsweise bis zehn Jahre nach dem Tod einer Person. Für wissenschaftliche Forschungen könne dies aber auch verkürzt werden. Sachakten wie etwa Protokolle seien aber grundsätzlich öffentlich. Das Archiv der Schule sei noch nicht vollständig erfasst. „Wir sind mit Hochdruck dabei, die Unterlagen bis Ende dieses Jahres zu erschließen.”

Für Mitte März 2016 sind nach Angaben der Insolvenzverwalterin Sylvia Rhein Historiker, Erziehungs- und Sozialwissenschaftler sowie Vertreter von Opfervereinen in das Staatsarchiv eingeladen. Bei einer Gesprächsrunde soll über die Erwartungen an die weitere Arbeit an dem Archivgut diskutiert werden.

(dpa)
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