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Skandalbischof Limburg Papst: Auszeit in Niederbayern

Lange war gerätselt worden, wo sich der Bischof Tebartz-van Elst derzeit aufhält: Der beurlaubte Bischof weilt in Niederbayern. Allzu ruhige Tage dürfte er dort auch nicht haben.
Hierhin hat sich der Limburger Bischof zurückgezogen: Bereits im Spätmittelalter gab es in Metten eine bedeutende Schreib- und Malschule, später auch ein Seminar für Sängerknaben. Das heutige barocke Erscheinungsbild der Klosterkirche mit ihren beiden charakteristischen Zwiebeltürmen wurde im 18. Jahrhundert geprägt. 	Foto: dpa. Foto: dpa Hierhin hat sich der Limburger Bischof zurückgezogen: Bereits im Spätmittelalter gab es in Metten eine bedeutende Schreib- und Malschule, später auch ein Seminar für Sängerknaben. Das heutige barocke Erscheinungsbild der Klosterkirche mit ihren beiden charakteristischen Zwiebeltürmen wurde im 18. Jahrhundert geprägt. Foto: dpa. Foto: dpa
Limburg. 

Der wegen Prunksucht angeprangerte Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat nach seiner Beurlaubung durch Papst Franziskus Zuflucht in einem bayerischen Kloster gefunden. Er verbringe seit Mittwoch „geistliche Tage“ in der Benediktinerabtei Metten in Niederbayern und nehme am Gemeinschaftsleben des Klosters teil, teilte das Limburger Bistum gestern mit. Für den Bischof ist es kein unbekannter Ort. Seit seiner Lehrtätigkeit an der Universität Passau hat Tebartz-van Elst immer wieder Zeit in diesem Kloster verbracht. Wie lange er dort zu bleiben gedenkt, ist ungewiss. Der Abt und das Bistum Limburg machten dazu auch auf Anfrage keine Angaben.

 

Man freut sich

 

„Die Benediktiner freuen sich, dass der Bischof von Limburg in Metten eine geistliche Zeit der Erholung verbringt“, heißt es laut Bistum in einer Mitteilung der Abtei. „Wir bitten um Verständnis, dass keine weiteren Erklärungen abgegeben werden und bitten, das Kloster als besonderen Ort der Stille zu respektieren.“

Papst Franziskus hatte Tebartz-van Elst in der vergangenen Woche beurlaubt. Dem Limburger Bischof werden unter anderem ein autoritärer Führungsstil und Verschwendung beim Bau seines neuen Amtssitzes vorgeworfen. Eine Kommission der Deutschen Bischofskonferenz untersucht derzeit die Baukosten. Sie sollen von anfangs 2,5 Millionen Euro auf mehr als 30 Millionen Euro explodiert sein. Der Bischof wird wegen angeblicher Prunksucht angeprangert, weil er exklusive Sonderwünsche beim Bau geltend gemacht haben soll.

 

Beliebter Rückzugsort

 

In der Benediktinerabtei nahe Deggendorf im niederbayerischen Metten sind Gäste im Kloster willkommen - sowohl Katholiken als auch Protestanten. Als Unterkunft dient der Gästetrakt, die Klausur bleibt ausschließlich Männern vorbehalten. Mit jedem Gast werden individuelle Regelungen vereinbart. In die Abtei ziehen sich immer wieder Geistliche zurück. So hatte der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer vor seinem Amtsantritt Anfang des Jahres drei Tage lang dort Kraft gesammelt.

Der Regensburger Bischof Voderholzer begrüßte die Entscheidung der Abtei und dankt dem Abt und den Mitbrüdern. Er sehe die Entscheidung als Zeugnis der großen Tradition benediktinischer Gastfreundschaft, teilte Voderholzer am Donnerstag mit. Der Bischof bat darum, nun das Ergebnis der Untersuchungskommission in Limburg abzuwarten. Auf der Grundlage der festgestellten Fakten werde Papst Franziskus - und nur er - über die weiteren Schritte entscheiden. Mit Ergebnissen wird in einigen Monaten gerechnet.

 

Bischof will sich äußern

 

Allerdings wird es für den Bischof vermutlich nicht so ganz ruhig und abgeschieden sein, wie er sich vielleicht erhofft. Denn die Limburger Staatsanwaltschaft wartet auf eine Stellungnahme des Bischofs. In der Behörde waren mehrere Anzeigen eingegangen, in denen dem Bischof Veruntreuung vorgeworfen wird. Bevor die Behörde darüber entscheidet, ob sie ein formales Ermittlungsverfahren einleitet, hat der Bischof Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen zu äußern. In der Behörde in Limburg ist zumindest schon einmal die Botschaft des Bischofs eingegangen, dass er von diesem Recht Gebrauch machen will. Von einem „zeitnahen Eingang“ der Stellungnahme geht die Staatsanwaltschaft aus, sagte gestern ein Sprecher der Behörde.

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(lhe,jl)
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