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2016 erneut Rekordjahr bei Zahl der Übernachtungen: Darum will Hessen seine Touristen blechen lassen

Von Hessen bleibt ein beliebtes Reiseziel. Bereits zum siebten Mal in Folge verzeichnet das Bundesland eine Rekordzahl an Übernachtungen. In diesem Jahr könnten zwei besondere Veranstaltungen die Zahl noch weiter steigen lassen.
Ein Erinnerungsbild von Fachwerkhäusern schießen vier japanische Touristen vor dem Frankfurter Römer. Foto: Boris_Roessler (dpa) (dpa) Ein Erinnerungsbild von Fachwerkhäusern schießen vier japanische Touristen vor dem Frankfurter Römer.
Wiesbaden. 

Touristische Infrastruktur kostet viel Geld – und die sollen Touristen nach dem Willen der Landesregierung künftig mitfinanzieren. Seit dem 1. Januar ermöglicht es eine Änderung des Gesetzes, über kommunale Abgaben den Städten und Gemeinden in Hessen, einen Beitrag von ihren Gästen zu erheben – sofern sie als „Tourismusort“ anerkannt sind.

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Bergpark Wilhelmshöhe: Vom Schloss im Tal bis zur riesigen Herkules-Statue auf dem Berg zieht sich der Schlosspark Wilhelmshöhe in Kassel. Seit 2013 ist der Park UNESCO-Weltkulturerbe. <br><br>

(zv)Drosselgasse: 144 Meter lang, zwei Meter breit und mit 37 500 Pflastersteinen bedeckt: Die Drosselgasse in Rüdesheim mit ihren Weinstuben und Gaststätten ist ein Touristenmagnet. Hoch über dem Rhein lockt außerdem das Niederwalddenkmal. Eine Seilbahn führt aus dem Ort hinauf zur berühmten Germania-Statue.

Einen entsprechenden Antrag können die Kommunen stellen, sofern sie im Jahr mehr als doppelt so viele Übernachtungsgäste wie Einwohner beherbergen oder sich durch ihre landschaftliche Lage, durch Kultureinrichtungen wie Museen und Theater oder durch Freizeitangebote wie Rad- und Wanderwege abheben, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) gestern in Wiesbaden.

Mustersatzung

Aktuell tage eine Arbeitsgruppe mit Mitgliedern der kommunalen Spitzenverbände und der Handelskammern, um eine Mustersatzung zu erarbeiten. Wann dann der erste Beitrag erhoben werde, liege in der Hand der Kommunen, sagte Al-Wazir. Dabei könnten die „Tourismusorte“ die Höhe der Abgabe selbst festlegen, der komplette Betrag müsse aber in die örtliche Infrastruktur investiert werden. „Gepflegte Parks, Museen und Wege kosten Geld, aber sie bringen auch welches ein, weil sie zur Attraktivität beitragen“, sagte Al-Wazir. Dies könne auch der Förderung des Tourismus im ländlichen Raum dienen, der sich laut der Besucherbilanz für 2016 weniger gut entwickelt hat als die Gästezahlen in den großen Städten.

14 Millionen Gäste

Rund 14,5 Millionen Gäste kamen nach Hessen, ein Plus von 1,4 Prozent gegenüber 2015. Wie das Statistische Landesamt mitteilte, stammten gut 10,8 Millionen Gäste aus Deutschland und 3,7 Millionen aus dem Ausland. Die Zahl der Übernachtungen stieg um 1,3 Prozent auf rund 32,6 Millionen an. Damit bleibt jeder Gast im Schnitt 2,2 Tage in Hessen.

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Bergpark Wilhelmshöhe: Vom Schloss im Tal bis zur riesigen Herkules-Statue auf dem Berg zieht sich der Schlosspark Wilhelmshöhe in Kassel.

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Ebenfalls stark gestiegen ist die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste – auf 7,3 Millionen (plus 2,3 Prozent). Gut ein Fünftel aller Übernachtungen in Hessen wird laut Statistik damit von Ausländern gebucht. Mit rund elf Prozent davon liegen US-Bürger ganz vorne, gefolgt von Holländern (acht Prozent) und Chinesen (sieben Prozent). Die Besucher aus dem Reich der Mitte haben damit Gäste aus Großbritannien vom dritten Platz verdrängt, was Al-Wazir auch auf einen Web-Auftritt und Reisebroschüren in chinesischer Sprache zurückführt. Für die Briten sei zudem ein Urlaub im Euroraum teurer geworden, seitdem das Pfund im Zuge des Brexits stark abgewertet habe.

Weit vorne in der Statistik liegt Frankfurt, wo 5,2 Millionen Besucher 8,8 Millionen Übernachtungen (plus 1,5 Prozent) buchten. Die Landeshauptstadt Wiesbaden zählte gut 1,2 Millionen Übernachtungen (plus zwei Prozent) bei knapp 590 000 Besuchern.

Auch die beiden anderen Großstädte im Rhein-Main-Gebiet verzeichneten Zuwächse. So meldet Darmstadt ein Anstieg um 6,5 Prozent auf 714 544 Übernachtungen, und Offenbach liegt rein prozentual sogar an der Spitze in Hessen: Um 9,7 Prozent legte die Übernachtungszahl auf gut 421 000 zu. Diese Steigerung erfolge natürlich von einem „niedrigen Niveau“ aus, räumte der aus Offenbach stammende Wirtschaftsminister ein. Als mögliche Gründe nannte er die Ansiedlung der Europäischen Zentralbank im nahen Frankfurter Osten und die Eröffnung eines neuen großen Hotels am Kaiserlei.

Lutherweg

Für 2017 hoffen die Touristiker sogar auf weiter steigende Gästezahlen, da zwei Großereignisse anstehen: Die „documenta 14“ in Kassel vom 10. Juni bis 17. September, die viele Besucher nach Nordhessen lockt, sowie die Feiern zum Lutherjahr 2017 anlässlich 500 Jahre Reformation. Am 14. Mai werde der 360 Kilometer lange „Lutherweg“ eröffnet, der vom thüringischen Eisenach ins rheinhessische Worms führt. Und der weitaus größte Teil – „von Heringen bis Trebur“ – verläuft durch Hessen, so der Minister.

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