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Streik wird abermals verlängert: Fortsetzung von Busfahrerstreik: Verdi wartet auf Angebot

Die Kraftprobe zwischen der Gewerkschaft und dem Omnibusverband geht weiter. Die Leidtragenden des Tarifkonflikts sind die Fahrgäste. Wegen des Busstreiks müssen sie sich andere Verkehrsmittel suchen - nun bereits den vierten Tag in Folge.
Menschen stehen dicht gedrängt vor einer Straßenbahn. Foto: Susann Prautsch Menschen stehen dicht gedrängt vor einer Straßenbahn. Foto: Susann Prautsch
Frankfurt/Darmstadt. 

Der Busfahrer-Streik in Hessen wird abermals verlängert. Auch am Freitag werde der Arbeitskampf fortgesetzt, erklärte die Gewerkschaft Verdi am Donnerstag, dem vierten Streik-Tag in Folge. Verdi-Verhandlungsführer und Streikleiter Jochen Koppel sagte: „Bis jetzt ist vom Arbeitgeber immer noch kein verhandlungsfähiges Angebot gekommen. Wir warten weiter. Aber wir werden die Streiks inklusive der Solidaritätsstreiks im Umfang der vergangenen Tage weiterführen.” Verdi kehre sofort an den Verhandlungstisch zurück, wenn die Arbeitgeber etwas vorlegten. „Letztlich liegt der Ball jetzt bei den Omnibusbetreibern.”

Verdi fordert eine stufenweise Erhöhung des Lohns bis auf 13,50 Euro die Stunde. Die Arbeitgeber wollen eine Laufzeit bis Ende 2018 und bieten insgesamt einen Anstieg des Lohns bis 12,65 Euro. Derzeit beträgt der Stundenlohn 12,00 Euro. Die Gewerkschaft fordert auch Verbesserungen bei den Pausenregelungen, bei der betrieblichen Altersvorsorge und dem Urlaubsanspruch.

Der Landesverband der Hessischen Omnibusunternehmer (LHO) hält die Forderungen von Verdi für „illusorisch”, wie Geschäftsführer Volker Tuchan sagte. Er appellierte an Verdi, die Situation realistisch einzuschätzen. Denn die extrem hohen Forderungen würden die Lohnkosten um 25 Prozent erhöhen. Das würde die Unternehmen überfordern. Der Verband betonte am Donnerstagabend seine Verhandlungsbereitschaft. Es dürfe aber keine Vorbedingungen geben, dass erstmal ein neues Angebot vorzulegen sei.

In vielen Städten blieben die Busse auch am Donnerstag in ihren Depots. Die Streikbeteiligung sei um etwa zehn Prozent gestiegen. 80 Prozent der Fahrer hätten sich nunmehr angeschlossen, sagte Koppel.

Zu dem Ausstand aufgerufen sind Beschäftigte von 20 privaten Busgesellschaften. Schwerpunkte waren unter anderem Frankfurt, Darmstadt, Hanau, Offenbach, Fulda, Gießen, Marburg und Gelnhausen.

Vereinzelt scheint sich das Klima in den bestreikten Betrieben zu verschärfen. Das Bus-Unternehmen Alpina-Transdev habe am Donnerstag in Frankfurt Mitarbeiter ausgesperrt und sie am Dienst gehindert. Diese Beobachtung bestätigte die Gewerkschaft Verdi nach einem Bericht von „Hit Radio FFH”. Damit wolle der Arbeitgeber Druck auf Mitarbeiter ausüben und einen Keil zwischen die Belegschaft treiben, interpretierte Verdi-Mann Koppel. Denn: So stehen auch Mitarbeiter auf der Straße die arbeiten und nicht streiken wollen oder dürfen. Der Effekt: Sie bekommen weder Lohn noch Streikgeld.

Der Geschäftsführer der Transdev Rhein-Main GmbH, Max Kaiser, stellte den Vorgang anders dar. Es handele sich nicht um eine Aussperrung, sondern um eine vorübergehende Stilllegung des Betriebs. „Wir machen solange eine Pause, bis der Streik beendet wird, oder die Beschäftigten wieder zur Arbeit kommen”, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Mit der Stilllegung wolle er vielmehr die Belegschaft schützen, damit sie nicht in zwei feindliche Lager zerfalle. „Denn der Druck auf die, die arbeiten wollten, war zuletzt sehr hoch.”

Alpina-Transdev ist nach eigenen Angaben mit 240 Mitarbeitern eines der größeren Bus-Unternehmen im Rhein-Main-Gebiet. Bedient werden zum Beispiel Linien in Frankfurt, Bad Homburg, Oberursel und Friedrichsdorf.

In Darmstadt legten auch die Fahrer von Straßenbahnen die Arbeit nieder. Der Knotenpunkt Luisenplatz in der Stadtmitte wirkte verwaist. „Es fahren weder Straßenbahnen noch ein Bus von uns”, sagte eine Sprecherin des Nahverkehrsunternehmens HEAG mobilo. „Die Beschwerden von Pendlern halten sich aber noch in Grenzen.” In Darmstadt sind üblicherweise täglich etwas über 120 000 HEAG-Fahrgäste unterwegs.

Auch in Frankfurt setzten die Busfahrer ihren Streik fort. Insgesamt lagen seit dem frühen Morgen 56 städtische Buslinien brach, wie die Nahverkehrsgesellschaft traffiQ mitteilte. Der S-, U- und Straßenbahnverkehr sei nicht betroffen, hinzu kämen mehrere Linien, auf denen Busfahrer im Einsatz seien.

Auch in Fulda gestalteten sich die Auswirkungen der Streiks unverändert. Der Stadtbusverkehr war komplett lahmgelegt. Im Landkreis fuhren dagegen die meisten Busse. Im gesamten Gebiet der RhönEnergie Fulda waren - wie an den Vortagen auch - 57 Prozent der Busse im Einsatz, wie das Unternehmen RhönEnergie berichtete.

(dpa)
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