E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Hofheim am Taunus 24°C

Parkgebühren Frankfurt Hessen: Frankfurt: Höhere Parkgebühren beschlossen

Mit höheren Parkgebühren auf Straßen und Plätzen wollen Kommunen die Autofahrer in die Parkhäuser locken und die Innenstädte entlasten. Willkommene Begleiterscheinung: zusätzliches Geld für die Stadtkasse.
Die Parkgebühren sollen um 50 Prozent erhöht werden. Foto: Tobias Hase/Archiv Die Parkgebühren sollen um 50 Prozent erhöht werden. Foto: Tobias Hase/Archiv
Frankfurt.   In Frankfurt sollen die Gebühren für das Parken am Straßenrand und auf Plätzen ab dem 1. Januar um 50 Prozent erhöht werden. Das hat der Magistrat am Freitag beschlossen. Andere Städte in Hessen haben das vorgemacht und die Parkgebühren in den vergangenen Jahren angehoben. Kassel plant noch eine Anpassung. Nur Fulda hält nach einer Umfrage nichts von einer Erhöhung.

   «Wenn ich nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin, dann fahre ich lieber gleich ins Parkhaus, statt eine Viertelstunde lang einen Parkplatz zu suchen und dann Hunderte Meter weit zu laufen», sagt Heiko Kleinsteuber, Mitarbeiter des FRANKFURTER Verkehrsdezernenten Stefan Majer (Grüne). Die Autofahrer in der Mainmetropole sollen es ihm ab dem 1. Januar gleich tun und ebenfalls ins Parkhaus fahren - zumindest, wenn es nach dem Magistrat geht. Anfang Dezember muss die Stadtverordnetenversammlung noch darüber abstimmen.

   «Wir haben in der Innenstadt rund 3500 normale Parkplätze, in Parkhäusern aber etwa 10 400», erklärt Kleinsteuber. Deshalb habe sich die Stadtverwaltung gefragt: Wie lange dauert Kurzzeitparken wirklich? «Wer nur kurz eine Zeitung kauft, braucht maximal zwanzig Minuten», sagt der Verkehrsexperte. Aus diesem Grund sollen die «Gebührenzeitintervalle» von 30 auf 20 Minuten verkürzt werden. Für alle, die einen längeren Einkauf planten, sei das Parkhaus die günstigere Alternative. Auch außerhalb von Innenstadt und Bahnhofsviertel steigen die Parkgebühren um 50 Prozent.

   Laut Kleinsteuber hat die Erhöhung vor allem die Verkehrslenkung als Ziel - die erwarteten Mehreinnahmen von rund 2,5 Millionen Euro seien ein «netter Nebeneffekt». «Die Erhöhung ist die erste seit 1994, das müssen sich die Leute in Erinnerung rufen», sagt Kleinsteuber.

   Auch die Stadt KASSEL hat die Parkgebühren als willkommene Einnahmequelle für sich entdeckt: «Wir sind dabei, die Gebührensatzung zu überarbeiten», berichtet Ingo Happel-Emrich, Sprecher der Stadt. Kassel sei im Konsolidierungsprogramm des Landes Hessen und müsse deshalb bis 2018 einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen. «Da ist eine Maßnahme die Erhöhung der Parkgebühren, irgendwoher muss das Geld schließlich kommen», sagt er. Aktuell kostet eine Stunde Parken im Zentrum einen Euro, drei Stunden vier Euro.

   Andere hessische Städte haben die Gebühren längst angepasst. In DARMSTADT zahlen Autofahrer seit Januar 60 Cent pro Stunde mehr. «Die Erhöhung war die erste seit 1982. Eine halbe Stunde kostet jetzt 80 Cent, damit liegen wir immer noch im unteren Bereich», sagt Sigrid Dreiseitel, Sprecherin der Stadt. «Viele öffentliche Parkplätze sind noch gebührenfrei.» Nach und nach sollen diese aber zu Kurzzeitparkplätzen umgebaut werden. Durch die Gebührenerhöhung erwarte die Stadt in diesem Jahr Mehreinnahmen von rund 650 000 Euro.

   In GIESSEN wurden die Parkgebühren 2011 um 50 Cent angehoben. «Das Parken im Innenstadtbereich kostet jetzt zwei Euro pro Stunde», sagt Stadtsprecherin Claudia Boje. Im Zentrum gebe es zu wenig Parkplätze. «Ein Schild: "Liebe Langzeitparker, bitte parkt außerhalb" bringt nichts, da ist das Geld nur Mittel zum Zweck», sagt Boje.

   «WIESBADEN hat die Parkgebühren bereits 2012 angehoben», sagt Pressesprecherin Heide Kretschmer. Dabei seien die Parkzeiten verkürzt worden, so dass Autofahrer im Zentrum für 50 Cent nur noch 15 statt 20 Minuten parken könnten. «Nach zehn Jahren haben wir uns damit an die reale Wertsteigerung der Parkflächen angepasst», sagt sie. 2012 habe die Stadt so rund 123 000 Euro mehr in ihre Kasse bekommen.

   In FULDA dagegen sollen die Parkgebühren nicht angehoben werden. «Es gibt keine Veranlassung dazu. Die Innenstadt soll so attraktiv wie möglich bleiben, dazu gehören auch bezahlbare Parkplätze», sagt Pressesprecher Michael Schwab. Derzeit koste eine Stunde Parken in der Innenstadt einen Euro.
Zur Startseite Mehr aus Rhein-Main & Hessen

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen