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Gericht: ARD darf Film über Odenwaldschule vorerst nicht mehr zeigen

Ein Spielfilm über Missbrauch an der Odenwaldschule ist zu dicht an der Realität. Ein Opfer stoppt den Film. Ebenfalls im richtigen Leben muss die Schule ihr neues Konzept genehmigen lassen.
Die ARD darf den Film vorerst nicht mehr ausstrahlen. Foto: B. Roessler/Archiv Die ARD darf den Film vorerst nicht mehr ausstrahlen. Foto: B. Roessler/Archiv
Köln/Wiesbaden. 

Der ARD-Film «Die Auserwählten» über Missbrauchsfälle an der Odenwaldschule darf wegen der Klage eines ehemaligen Schülers vorerst nicht mehr ausgestrahlt werden. «Das Landgericht Hamburg meint, der Antragsteller sei in einer der Filmfiguren wieder zu erkennen und werde vom Zuschauer nicht mehr als Kunstfigur wahrgenommen», erläuterte ein Sprecher des Westdeutschen Rundfunks am Montag in Köln. Zuvor hatte «Der Spiegel» über die einstweilige Verfügung berichtet. «Die Verfügung ist zu unrecht ergangen», betonte der WDR-Sprecher. «Sowohl der WDR als auch der Produzent werden gegen diese Verfügung Rechtsmittel einlegen.»

Es habe keine mündliche Verhandlung gegeben, die vom Gericht festgestellte Übereinstimmung gebe es in Wahrheit nicht, fügte der Sprecher hinzu. Der WDR plane derzeit allerdings keine Wiederholung des Films. «Die Auserwählten» wurde am 1. Oktober (20.15 Uhr) ausgestrahlt. In Fernsehspiel mit Ulrich Tukur und Julia Jentsch geht es um Übergriffe an der Reformschule in den 1960er bis 1990er Jahren. Mehr als ein Dutzend Lehrer soll mindestens 132 Schüler missbraucht haben. Die Fälle kamen erst 2010 richtig an die Öffentlichkeit. Opfer-Vertreter gehen von deutlich mehr Missbrauchten aus.

Unterdessen erwartet das hessische Sozialministerium für diese Woche den Antrag der Odenwaldschule für ihr neues Betriebskonzept. Das sagte eine Sprecherin des Ministeriums in Wiesbaden am Montag. Die Schule in Heppenheim will eine stärkere Trennung von Lehrern und Schülern einführen. Der Missbrauch war begünstigt worden, weil die Lehrer mit Internatsschülern zusammenlebten. Das Sozialministerium und das Jugendamt des Landkreises Bergstraße als Aufsichtsbehörden wollten das neue Konzept umfassend prüfen, sagte die Sprecherin. Für den Neuanfang sucht die Schule auch einen anderen Schulleiter, Internatsleiter und Geschäftsführer.

(dpa)
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