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Hessen bei Gästen aus In- und Ausland immer beliebter

Ob Geschäftsreisende in Frankfurt, Kulturinteressierte in Kassel oder Wanderfreunde im Vogelsberg: Der Tourismus boomt in Hessen. Damit dies so bleibt, sollen unter anderem regionale Spezialitäten sorgen.
Touristinnen lassen sich in Frankfurt am Main fotografieren. Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv Touristinnen lassen sich in Frankfurt am Main fotografieren.
Wiesbaden/Fulda. 

Der Tourismus in Hessen hat im vergangenen Jahr Rekordzahlen erreicht. Die Branche verbuchte sowohl bei den Übernachtungen als auch bei den Gästezahlen neue Spitzenwerte, wie das Statistische Landesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Trotz des anhaltenden Wachstums gab es jedoch regionale Verlierer, die teils deutliche Rückgänge bei den Übernachtungen verbuchen mussten.

Insgesamt kamen 2017 rund 15,3 Millionen Gäste nach Hessen, was einem Zuwachs von 5,1 Prozent gemessen am Vorjahr entspricht. Die Zahl der Übernachtungen in den Hotels, Pensionen und Campingplätzen stieg um 4,6 Prozent auf 34,1 Millionen. Damit verzeichnete die Branche laut Landesamt zum achten Mal in Folge einen Zuwachs.

Unter den Gästen kamen 11,4 Millionen aus anderen Bundesländern und 3,9 Millionen aus dem Ausland nach Hessen. Die Übernachtungszahlen der inländischen Besucher stiegen um 4,4 Prozent auf 26,4 Millionen. Bei den ausländischen Gästen wurde ein Plus von 5,4 Prozent auf 7,7 Millionen registriert.

Hessen will das Geschäft gerade mit Ausländern weiter ausbauen. Dafür lasse das Land eine neue globale Werbestrategie entwickeln, kündigte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) an. Im vergangenen Jahr hätten hohe Zuwachsraten bei den Übernachtungen indischer und chinesischer Gäste gezeigt, dass sich gute Marketingkonzepte auszahlten. Die Übernachtungszahlen im Vergleich zum Vorjahr waren 2017 bei Indern um rund ein Fünftel gestiegen, bei Chinesen um knapp sechs Prozent.

Er sehe im Auslandsgeschäft weitere Chancen, sagte Al-Wazir. Es gebe beispielsweise mehr Individualreisende aus Ländern, aus denen die Menschen früher fast nur in Gruppen unterwegs gewesen seien. Der Geschäftsführer der Wiesbaden Marketing GmbH, Martin Michel, berichtete von einer gemeinsamen Initiative mit einer großen Klinik, um etwa in Saudi-Arabien für Gesundheitsreisen nach Wiesbaden zu werben.

Regional gab es bei der Tourismusbilanz 2017 teils deutliche Unterschiede: Die großen Städte Offenbach (plus 20,3 Prozent), der Documenta-Ausrichter Kassel (17,2) sowie Frankfurt (8,4) legten bei den Übernachtungen ebenso wie der Vogelsbergkreis (7,9) und der Landkreis Groß-Gerau (7,8) kräftig zu.

Fulda vermeldete einen Rekord. Erstmals habe die Barockstadt in Osthessen die Marke von 600 000 Übernachtungen überboten. Im vergangenen Jahr seien exakt 617 442 Übernachtungen gezählt worden. Das entspreche einem Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent, berichtete die Stadt. Die Zahl der Gästeankünfte sei um drei Prozent auf 379 789 gestiegen. Viele Gäste besuchen die Domstadt im Sommer während des Musical-Sommers.

Rückgänge verzeichneten nach Angaben der Statistiker dagegen die Stadt Darmstadt (minus 6,4), der Wetteraukreis (minus 3,1) und der Landkreis Limburg-Weilburg (minus 0,7) sowie der Odenwaldkreis und der Landkreis Darmstadt-Dieburg mit jeweils minus 0,5 Prozent. Im Durchschnitt blieben Gäste im vergangenen Jahr 2,2 Tage in Hessen.

Für den Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Hessen ist die unterschiedliche regionale Entwicklung keine Überraschung. Die großen Städte und die klassischen Tourismusregionen boomten, sagte Hauptgeschäftsführer Julius Wagner der Deutschen Presse-Agentur. Bei den kleinen Gasthäusern im Land gebe es dagegen weiter ungebremst Schließungen. Für sie müssten dringend Programme aufgelegt werden, um Nachfolgeregelungen in den Griff zu bekommen und die Gasthäuser beim Thema Digitalisierung und Internetauftritt zu unterstützen.

Die Tourismusregionen wollen 2018 derweil verstärkt mit ihren kulinarischen Spezialitäten werben. Dazu seien über das ganze Jahr Veranstaltungen geplant wie etwa der Milch- und Honigmarkt im osthessischen Gersfeld, die Odenwälder Lammwochen oder das Grüne-Soße-Festival in Frankfurt, wie das Wirtschaftsministerium ankündigte.

Auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin im März präsentiert sich das Land Hessen gemeinsam mit den Städten Frankfurt und Wiesbaden.

(dpa)
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