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Junior-Forscher: Hochschule eröffnet einzigartiges Kinderhaus

Eine Art Kita für Kinder von Studenten und Dozenten haben viele Hochschulen. Im neuen Kinderhaus der Frankfurter Fachhochschule soll das forschende Spiel der Kleinkinder aber zugleich wissenschaftlich untersucht werden. Ein Novum.
Neben der Betreuung soll geforscht werden. Foto: FRA-UAS/Archiv Neben der Betreuung soll geforscht werden. Foto: FRA-UAS/Archiv
Frankfurt/Main. 

Ein einzigartiges Kinderhaus geht an der Frankfurter Fachhochschule in Betrieb. Bis zu 20 Kinder unter drei Jahren, deren Eltern an der Hochschule lehren oder studieren, werden künftig in der Einrichtung betreut und gefördert. Zugleich können Wissenschaftler das Sozial- und Lernverhalten der Kleinkinder erforschen. Dieses Konzept ist nach Darstellung der Hochschule beispiellos.

«Das forschungsorientierte Kinderhaus dient nicht nur der Betreuung von Kindern und der Unterstützung von Familien, sondern ist ein Ort der Forschung und des Lernens», sagte der neue Hochschulpräsident Prof. Frank Dievernich am Mittwoch bei der Eröffnung. Das «Leuchtturmprojekt» stehe für lebenslanges Lernen sowie für den Transfer von Naturwissenschaften und Technik in die Pädagogik und umgekehrt.

Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) bezifferte die Kosten für den Umbau des Gebäudes in der Mitte des Hochschul-Campus und die Ersteinrichtung des «Zukunftsprojekts» auf rund 1,4 Millionen Euro. Die sogenannten weichen Faktoren, wie Familienfreundlichkeit, seien inzwischen die harten Faktoren geworden, um einen Standort attraktiv zu machen.

In das Kinderhaus integriert werden die 2010 gegründeten Lernwerkstätten der Hochschule für Kita- und Grundschulkinder. Darin werden vor allem Mädchen Technik und Naturwissenschaften nähergebracht. Dazu gehört auch das Projekt «Brücken bauen», bei dem ein Sozialarbeits-Student mit einer Ingenieurwissenschafts-Studentin Kinder gemeinsam an forschendes Lernen heranführen und dabei zugleich als Rollen-Vorbilder dienen. Die Studierenden haben meist einen Migrationshintergrund, um auch als Vorbild für Aufstieg durch Bildung werben zu können, wie Professorin Sibylla Flügge sagte.

Das 2011 gegründetes Familienbüro, in dem schwangere Studentinnen beraten werden, gehört ebenfalls zu dem forschungsorientierten Kinderhaus. Das Büro dient auch der Institution Hochschule als Beratungsinstanz, ein Ergebnis ist ein Eltern-Kind-Zimmer.

Die 2008 begonnene flexible Betreuung für Notsituationen und Randzeiten wird ebenfalls Bestandteil der neuen Einrichtung. Es gebe immer mehr solcher Angebote, zugleich seien diese eine «Grauzone und Leerstelle», weil sie ohne jede Fachaufsicht angeboten werden könnten, kritisierte Flügge. Die Hochschule, die sich inzwischen Frankfurt University of Applied Sciences (Hochschule für angewandte Wissenschaft) nennt, habe daher beim Sozialministerium den Antrag gestellt, die flexible Betreuung in einem Modellversuch als dritte Betreuungsform neben Kitas und Tageseltern zu erproben. Eine Antwort stehe noch aus.

(dpa)
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