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KZ-Gedenkstätte beschädigt: Gespräch mit Tätern gesucht

Das Horváth-Zentrum steht auf den freigelegten Fundamenten des ehemaligen Küchengebäudes der KZ Außenstelle Walldorf. Foto: Andreas Arnold Das Horváth-Zentrum steht auf den freigelegten Fundamenten des ehemaligen Küchengebäudes der KZ Außenstelle Walldorf.
Mörfelden-Walldorf. 

Die Gedenkstätte der ehemaligen KZ-Außenstelle Walldorf ist in diesem Jahr bereits zweimal beschädigt worden. Über ein Schild versucht die vor rund zwei Jahren eröffnete Erinnerungs- und Bildungseinrichtung mit den Tätern ins Gespräch zu kommen: „Wer wirft mit Steinen gegen Fotos von Frauen, die in der Nazi-Zeit von der SS geprügelt wurden?”, heißt es am Eingang zu der Gedenkstätte am Waldesrand von Mörfelden-Walldorf. „Wir möchten gerne mit Ihnen sprechen.”

Die Gedenkstätte, das Margit-Horváth-Zentrum, wurde auf Initiative der gleichnamigen Stiftung über Kellerräumen der KZ-Außenstelle Walldorf errichtet. In dem Küchenkeller waren 1944 junge ungarische Jüdinnen von der SS geprügelt worden. Auf den gläsernen Außenwänden des Zentrums erinnern Fotos und Namen an die Frauen. Zudem wurden Teile der Keller frei gelegt.

Die KZ-Außenstelle Walldorf war nach Kriegsende gesprengt worden, der Keller mit Bauschutt und Erde zugeschüttet und Bäume darauf gepflanzt worden, wie die Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Cornelia Rühlig, am Mittwoch sagte. In der KZ-Außenstelle seien 1700 ungarische Jüdinnen im Alter von 13 bis 40 Jahren inhaftiert gewesen, 50 von ihnen seien dort gestorben.

Sie sollten auf dem nahegelegenen Frankfurter Flughafen eine Rollbahn bauen. Ende November 1944 wurden sie ins KZ Ravensbrück im Norden des Landes Brandenburg deportiert.

Im Februar dieses Jahres hatten Unbekannte Glasscheiben der Gedenkstätte eingeworfen. Im Juni wurde an dem Zentrum ein Feuer gelegt, dabei verbrannte eine Info-Tafel.

(dpa)
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