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Halloween in Hessen: Keine Horrorclowns, dafür Sachbeschädigung und Jagd auf Kinder

Von den im Vorfeld gefürchteten Horrorclowns fehlte in der Halloweennacht in Hessen vielerorts jede Spur. Im Taunus ist es trotzdem nicht ganz ruhig geblieben: Mehrere Bushaltestellen wurden beschädigt, maskierte Jugendliche jagten Kinder, ein auf die Fahrbahn geworfener Kürbis verfehlte ein Auto nur knapp.
Einige Jugendliche gingen in der Halloweennacht ein wenig zu weit. Foto: Felix Kästle/Archiv Einige Jugendliche gingen in der Halloweennacht ein wenig zu weit.
Frankfurt. 

Zahlreiche Eierwürfe, wenige Clowns: In Hessen ist es an Halloween vergleichsweise ruhig geblieben. In Frankfurt habe man „ein paar Anrufe mehr als sonst” erhalten, sagte ein Polizeisprecher. Am frühen Abend habe sich die Lage jedoch beruhigt.

Im Hochtaunus und im Main-Taunus-Kreis registrierten die Beamten allerdings mehrere unschöne Vorfälle. In Hofheim wurden zahlreiche Sachbeschädigungen durch Eierwürfe gemeldet. In den meisten Fällen ließen sich die Eier jedoch ohne weiteres rückstandslos entfernen. Ein Anwohner bemerkte, wie aus einer Gruppe Jugendlicher heraus ein rohes Ei gegen seine Haustür geworfen wurde. Als er die Gruppe wenig später wiedersah, konnte er einen von ihnen festhalten und an die Polizei übergeben. Nachdem der Junge die Tür wieder gereinigt hatte, verzichtete der Geschädigte aber auf eine Anzeige. Gegen 22:45 Uhr wurde auch in Bad Homburg ein Anwohner von bisher unbekannten Tätern mit Eiern beworfen. Ein Gegenstand traf den 50-Jährigen am Auge. Der Geschädigte gab in einem ersten Gespräch an, dass es sich bei den Tätern um vier bis fünf Jugendlichen gehandelt haben soll.  Es wurde ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet.

Einen äußerst schlechten Halloweenscherz ließen sich zwei Jugendliche im Alter von 16 und 18 Jahren in Hattersheim einfallen. Während einer von ihnen am Boden liegend einen Verletzten spielte, verstecke sich der andere in einem nahegelegenen Gebüsch. Anschließend erschreckten sie mehrere Kinder und rannten ihnen, mit einem Stock beziehungsweise einem Messer in der Hand, hinterher. Dabei trugen die Jugendlichen sogenannte "Guy Fawkes"-Masken. Der 16-Jährige wurde noch am Tatort festgenommen, die Ermittlungen zu seinem namentlich bekannten Mittäter dauern an. Auf das Duo kommen nun gleich mehrere Strafanzeigen zu.
 
Bei der Kontrolle einer größeren Gruppe Jugendlicher in Eschborn
stellten die Beamten Betäubungsmittel, einen gefälschten Schülerausweis und mehrere Silvesterkracher sicher. Ein 13-Jähriger wurde an seine Eltern übergegen, nachdem bei ihm eine Farbspraydose und ein Mundschutz gefunden wurden. Mehrere Tausend Euro Sachschaden entstanden in Schwalbach, wo Unbekannte mehrere Straßenschilder umbogen und an zwei Bushaltestellen Glasscheiben beschädigten.
 
In Flörsheim beobachtete eine aufmerksame Zeugin drei Jugendliche, welche im Christian-Georg-Schütz-Park zündelten. Kurz darauf konnten drei polizeibekannte Personen angetroffen werden, Beschädigungen wurden jedoch nicht festgestellt.

Auf der B456 bei Bad Homburg hatte ein 63-jähriger Autofahrer Glück, dass er nicht in eine Gefahrensituation geriet. Er war gegen 21:45 Uhr mit seinem Pkw unterwegs, als ein fünf Kilo schwerer Kürbis circa 20 Meter vor ihm auf der Fahrbahn aufschlug. Der Bad Homburger überfuhr die Brocken; am Auto entstand kein Sachschaden. Täterhinweise liegen bisher nicht vor. Die Polizei ermittelt in diesem Fall wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Die Polizeidirektion Hochtaunus zieht im Zusammenhang mit "Halloween" dennoch ein insgesamt positives Fazit. Zwar fielen im Hochtaunuskreis immer wieder Jugendliche auf, die mit Eiern warfen und Feuerwerkskörper zündeten, jedoch blieben die vermeintlichen Streiche zum Großteil ohne weitere Folgen. Es wurden bisher zwei Sachverhalte gemeldet, die weitere polizeiliche Maßnahmen nach sich ziehen.

Gesundheitliche Folgen hatte ein Ereignis in Wiesbaden. Dort musste eine 29-Jährige in ein Krankenhaus gebracht werden, nachdem sie von Unbekannten erschreckt worden ist. Diesen führten Pistolen bei sich und schrien laut herum. Die beiden Täter flüchteten. Zwei augenscheinlich betrunkene und mit Helloween Masken vermummte Personen zerschlugen gegen 00.50 Uhr die Scheiben einer Bushaltestelle am Rathenauplatz in Wiesbaden-Biebrich. In Wiesbaden und dem Rheingau-Taunus-Kreis kamen die Einsatzkräfte der Polizei aufgrund von Vorkommnissen und Mitteilungen rund um das Thema "Helloween" in rund 20 Fällen zum Einsatz. Davon wurden alleine 14 Einsätze im Stadtgebiet von Wiesbaden registriert.

„Keine Sachbeschädigungen, keine Straftaten” habe man in Fulda registriert, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Nicht einmal Eierwürfe habe es gegeben. In Darmstadt musste die Polizei am Montagabend 14 Mal raus, meist waren Eierwürfe oder Pyrotechnik der Anlass. In Kassel rückte die Polizei zu etwa 20 Einsätzen wegen Sachbeschädigungen aus.

Von Horrorclowns fehlte vielerorts jede Spur. „Unsere Präventionsarbeit hat offenbar gefruchtet”, sagte ein Polizeisprecher aus Kassel. Dort habe man die Bevölkerung zuvor angehalten, ohne Horrorclown-Kostüm feiern zu gehen.

(lg/dpa)
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