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Enkeltrick und Co.: Leser berichten: So dreist wurden wir betrogen

Vom berüchtigten Enkeltrick bishin zu Drohbriefen vermeintlicher Anwaltskanzleien: Unsere Leser berichten über verschiedene Betrugsmaschen – und wie man sie vermeiden kann.
Immer wieder werden Senioren von Gaunern um ihre Ersparnisse gebracht. Foto: dpa Immer wieder werden Senioren von Gaunern um ihre Ersparnisse gebracht.

Sie suchen sich bevorzugt ältere Menschen aus, deren Gutmütigkeit groß und das Misstrauen gleichzeitig gering ist. Ihr Betrugsinstrument ist das anonyme Telefon, ihre Masche mehr als raffiniert. Einige Betroffene berichten, deren Bitte um Anonymität wir natürlich gerne erfüllen.

Andreas A. bekam gleich einen mehr als merkwürdigen Besuch, der ihn misstrauisch machte. Er schreibt:

Info: Hinterhältige Strategie

clearing

„Bisher hatte ich selbst zum Glück noch keine Bekanntschaft mit Trickbetrügern an der Haustür gemacht. Aber bei einer Situation bin ich mir nicht sicher, ob es ein Betrugsversuch werden sollte.

An einem Wochentag zur Mittagszeit klingelte es an meiner Wohnungstür. Ein Mann mittleren Alters stand vor meiner Tür und sagte, er wäre von der Firma Vorwerk und hätte ein Teppichreinigungsmittel dabei, das ich mal ausprobieren sollte. Er bat mich, ein Gefäß zu holen, um mir etwas davon abzufüllen. Der Mann hatte allerdings außer einem kleinen Tütchen von diesem angeblichen Reinigungsmittel nichts dabei. Er wies sich auch nicht als Vorwerk-Mitarbeiter aus. Als ich in die Wohnung zurückging, um ein Behältnis zu holen, bemerkte ich noch, wie er einen Blick in die Wohnung warf. Ich war relativ schnell wieder an Tür, bevor er mir etwas von dem Mittel abfüllte. Dann verabschiedete er sich wieder, ohne mir zu sagen, an wen ich mich wenden kann, wenn ich mit der Reinigung erfolgreich war.

Informationsveranstaltungen für Senioren zum Schutz gegen betrügerische Tricks gibt es schon lange. Hier ein Kurs in Nordrhein-Westfalen. 	Foto: dpa Bild-Zoom
Informationsveranstaltungen für Senioren zum Schutz gegen betrügerische Tricks gibt es schon lange. Hier ein Kurs in Nordrhein-Westfalen. Foto: dpa

Ich vermute, er wollte nur auskundschaften, wer in der Wohnung wohnt. Wenn er eine ältere Person angetroffen hätte, wäre bestimmt der Versuch gefolgt, hereinzukommen, um diese „Reinigung“ selbst durchzuführen und dabei Wertgegenstände zu entwenden. Da er in mir auch einen Mann mittleren Alters antraf, war für ihn die Gelegenheit wahrscheinlich nicht ideal.

Das Verhalten des Besuchers war aber sehr auffällig und hatte auch nichts mit den geschäftlichen Interessen von „Vorwerklern“ zu tun. Ältere Menschen sollten an der Tür besonders vorsichtig sein, niemanden reinlassen, den sie nicht kennen. Auch von behördlichen Mitarbeitern oder Handwerkern sollte man sich die Legitimation zeigen lassen. Gegebenenfalls ist die Behörde oder das Unternehmen anzurufen, wo man sich erkundigen oder bei Vermietern oder Verwaltern informieren kann.“

Frau Renate B. berichtet von einem ominösen Brief:
„Fast zeitgleich zu Ihrer Aufforderung (Wurden Sie auch schon hereingelegt?, vom 12. Februar) erreichte mich heute das beigefügte Schreiben! Dieses sehe ich als einen massiven Betrugsversuch an. Es wäre vielleicht interessant für Sie und die Leser?“

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In dem erwähnten Schriftstück meldete sich eine Anwaltskanzlei aus Portugal, die das Ehepaar B. als Begünstigte eines Nachlasses ausgemacht hat, in dem sich von einem angeblich verstorbenen Herrn Herbert Mayer fast zehn Millionen Dollar befinden. 40 Prozent des Geldes würden die Angeschriebenen erhalten, wenn sie als Gegenleistung lediglich „Vertrauen und eine gute Zusammenarbeit“ zu bieten hätten. Danach folgen die Kontaktdaten des angeblichen Anwalts aus Lissabon. Auch derartige Maschen für Trickbetrügereien sind der Polizei gut bekannt. Antworten die angeblich vor einer größeren Erbschaft stehenden Geschäftspartner, so wird bald von ihnen eine Vorleistung verlangt, um Steuern oder Gebühren zu bezahlen.

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