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Investor: Nürburgring: Russischer Oligarch soll's richten

Rasante Manöver sind keine Seltenheit – auf und abseits der Rennstrecke. Politiker und Sanierer hoffen nach vielem Hin und Her, endlich eine Lösung gefunden zu haben.
Nun sollen mit Hilfe eines russischen Investors am insolventen Nürburgring nicht die Lichter ausgehen. Foto: dpa
Nürburg. 

Als der Nürburgring an die Wand gefahren war und nach der Insolvenz ein Investor gesucht wurde, ging in Rheinland-Pfalz das Wort vom Oligarchen um. Es sei nicht erwünscht, dass sich ein reicher Unternehmer aus Russland oder dem Nahen Osten einkaufe, sagte Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) 2013. Doch nun steigt der russische Unternehmer Viktor Charitonin ein. Er komme dem Typus von Investor verdächtig nahe, den die Regierung eigentlich nicht haben wollte.

„Dieser Nürburgring hat gestern uns noch gehört, mit den Steuergeldern, der gehört heute Russland“, kritisiert die stellvertretende CDU-Vorsitzende und rheinland-pfälzische Landeschefin Julia Klöckner. Sie weist darauf hin, dass die EU wegen des Ukraine-Konflikts Sanktionen gegen Russland verhängt hat. Dazu zählen ein Einreiseverbot und das Einfrieren von Vermögen in der EU – auch von Oligarchen.

Bei der rot-grünen Landesregierung herrscht mit Blick auf den neuen Investor Hoffnung, aber es schwingt auch mit, dass es ein Restrisiko gebe: „Ich hoffe, dass dahinter keine Heuschrecken-Mentalität steckt“, sagt Verkehrsminister Lewentz.

Nach einer Serie von Pannen wollten Landesregierung wie auch Insolvenzverwalter einen soliden Investor präsentieren. Im Frühjahr 2014 präsentierten die Sanierer einen Düsseldorfer Mittelständler als Käufer des insolventen Nürburgrings: Der Autozulieferer Capricorn sollte den Neustart bringen. Als Capricorn-Chef Robertino Wild seine Gemäldesammlung aber zweimal belieh und Gerüchte der Zahlungsunfähigkeit aufkamen, kamen auch bei den Insolvenzverwaltern Bedenken auf. Wild gab seine Anteile an der Ring-Besitzgesellschaft an einen Treuhänder ab.

Der neue Investor Charitonin (41) kam in den vergangenen Jahren rasch zu Reichtum. Laut Moskauer Medien arbeitete der Unternehmer lange mit dem Oligarchen Roman Abramowitsch zusammen. Das Wirtschaftsmagazin „Forbes“ führte den Hauptaktionär einer Pharmaholding 2013 auf Rang 52 der reichsten Russen mit einem geschätzten Vermögen von einer Milliarde US-Dollar. In diesem Jahr ist er nicht mehr auf der „Forbes“-Liste, nachdem die Aktien gefallen waren. Nun gehören einer Holding, an der er beteiligt ist, zwei Drittel der Anteile der Ring-Besitzgesellschaft.

Rot-Grün will unbedingt einen weiteren Crash verhindern. Nach dem überdimensionierten Bau eines Freizeitparks am Ring, den die frühere SPD-Regierung unter Kurt Beck in die Eifel bauen ließ, scheiterte 2009 die Privatfinanzierung. Der Scheck eines angeblichen US-Investors war ungedeckt. Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) trat seinerzeit zurück. Danach sollten private Pächter einen Schub bringen. Doch es kamen zu wenig Besucher.

 

Oldtimer-Fan

 

Die Gefahr, dass der neue Geldgeber aus Russland den Nürburgring nicht für die Formel 1 oder andere Publikumsrenner, sondern für sich selbst nutzt, scheint nicht allzu groß. Rot-Grün sorgte für ein Gesetz, um den Zugang zum Nürburgring für die Öffentlichkeit zu sichern. Und echtes Interesse am Ring ist nach Angaben der neuen Holding, an der sich der Investor beteiligt, auch da: Viktor Charitonins Steckenpferde seien der Motorsport und Oldtimer.

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