E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Hofheim am Taunus 30°C
2 Kommentare

Auftakt der Radsaison: Polizei warnt vor Frisieren von Elektro-Fahrrädern

Pedelecs werden immer beliebter, schon 3,5 Millionen davon sind bundesweit unterwegs. Gleichzeitig wächst die Szene aus Fahrern, denen die Höchstgeschwindigkeit von 25 Stundenkilometern zu langsam ist. Die Polizei ist alarmiert.
Mann auf Elektrofahrrad. Foto: Daniel Karmann/Archiv Mann auf Elektrofahrrad.
Gießen/Frankfurt. 

Zum Auftakt der Radsaison warnt die Polizei die Fahrer von E-Bikes und Pedelecs, ihre Zweiräder auf mehr Geschwindigkeit zu frisieren. «Wenn man mit 40 Stundenkilometern oder mehr ohne Helm unterwegs ist, besteht die Gefahr erheblicher Verletzungen», sagt der Sprecher des Polizeipräsidiums Gießen, Jörg Reinemer. Werden Elektro-Fahrräder getunt, um schneller als 25 Stundenkilometer zu fahren, drohten zudem Probleme mit der fehlenden Fahrerlaubnis und Versicherung. Die Fahrer müssten deshalb mit «erheblichen Konsequenzen» rechnen.

Im Landkreis Gießen sei der Polizei zwar noch kein Fahrer eines getunten Elektro-Fahrrads ins Netz gegangen. «Wir gehen aber davon aus, dass es eine gewisse Dunkelziffer gibt», sagt Reinemer. Deshalb wolle die Polizei ihre Kontrollen intensivieren. Auch in Frankfurt und Kassel sind der Polizei bereits einzelne getunte Fahrer aufgefallen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) mahnt, viele Veränderungen an den Fahrrädern seien von außen gar nicht zu erkennen und nachzuweisen. Beispielsweise könne die Software des Rads manipuliert werden.

Deutschlandweit sind derzeit rund 3,5 Millionen Elektro-Fahrräder unterwegs, sagt der Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV), Siegfried Neuberger. Wie viele davon frisiert seien, dazu gebe es keine Zahlen. Der Verband gehe aber von einem ernstzunehmenden Problem aus. «Wir beobachten das mit einer gewissen Sorge», sagt Neuberger. Die Manipulationen seien illegal, durch sie werde aus einem Fahrrad ein Kraftfahrzeug. Auch seien die Bremsen und Gabeln der Fahrräder nicht auf höhere Geschwindigkeiten ausgelegt.

Im Internet lassen sich Zusatzteile leicht bestellen, mit denen die Geschwindigkeit hochgedreht werden kann. In Facebook-Gruppen gibt es regen Austausch über Tuning-Möglichkeiten. «Ich hätte gern ein bisschen mehr, 35er Geschwindigkeit würde mir reichen», fragt etwa ein Mitglied einer Tuning-Gruppe und erhält gleich mehrere Tipps, wie er dies erreichen kann. Andere haben Zubehör im Internet entdeckt und fragen in die Runde, wer schon Erfahrungen damit gemacht hat.

Pedelecs (Pedal Electric Cycle) kommen im Unterschied zu den seltener verkauften E-Bikes nur richtig in Fahrt, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Ab 25 Stundenkilometern schaltet sich der Motor aus. Bei den schnelleren S-Pedelecs ist dies erst ab 45 Stundenkilometern der Fall, für sie gilt allerdings Helmpflicht, es sind eine Fahrerlaubnis und ein Versicherungskennzeichen nötig, Radwege dürfen nicht benutzt werden.

Da immer mehr Elektro-Fahrräder unterwegs sind, ist die Zahl der Unfälle mit ihnen in den vergangenen Jahren stark gestiegen: 250 Unfälle werden im Verkehrsbericht Hessen 2017 aufgeführt, das waren 30,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Ein Mensch starb, 59 wurden schwer verletzt.

Erst am Wochenende wurde ein 75 Jahre alter Fahrer eines Pedelecs im Lahn-Dill-Kreis schwer verletzt. An einer Einmündung dreier Kreisstraßen wollte er geradeaus weiter auf einen Waldweg bei Braunfels fahren, wie die Polizei nach dem Unfall am Sonntagabend mitteilte. Dabei stieß er mit dem Auto eines 52-Jährigen zusammen, der auf der Vorfahrtsstraße fuhr. Ein Rettungshubschrauber brachte den Senior ins Krankenhaus.

(dpa)

Zur Startseite Mehr aus Rhein-Main & Hessen

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen