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Mit Ferienbeginn werden viele Haustiere heimatlos: „Schönen Urlaub, Herrchen“

Und plötzlich stört das Haustier. Was zu Weihnachten noch als Geschenk die Augen leuchten ließ, soll vor oder während der Sommerferien weg. Die Tierheime sind voll.
Tierheim Foto: Uwe Anspach (dpa) Mit großen Augen schaut die Katze durch das Zaungitter in einem Frankfurter Tierheim. Ihr Herrchen sonnt sich vielleicht schon an irgendeinem Strand und genießt den Urlaub. Vorher hat es sich aber noch der Katze entledigt.
Darmstadt. 

Sommerzeit ist Ferienzeit: Manch einem wird sein Haustier in dieser Phase des Jahres zu viel – und es landet schließlich in einem Tierheim. „Gerade in den Ferien werden mehr Tiere gebracht, vor allem Hunde“, sagte der Geschäftsstellenleiter des Landestierschutzverbandes in Hessen, Ralf Kurtze. Irgendwo angebunden, zurückgelassen und ausgesetzt würden Tiere inzwischen aber weniger als früher. „Das hat sich in den vergangenen Jahren mit leichter Tendenz reduziert“, sagte Kurtze.

Bei Kleintieren sei es etwas anders: „Da sind Ferien nicht mehr so sehr der Schwerpunkt. Das verteilt sich über das ganze Jahr.“ Der Deutsche Tierschutzbund schätzt, dass mit Beginn der Ferien bundesweit tausende Tiere ausgesetzt oder abgegeben werden.

Ausgesetzte Tiere seien meist größere Hunde, sagte Karsten Plücker, Leiter des Tierheims Wau-Mau-Insel in Kassel und Vorsitzender des Bundes gegen Missbrauch der Tiere. „Die großen und schwierigen Hunde, die landen im Tierheim.“ Das Problem: „Diese Tiere sind auch schwerer zu vermitteln.“ Bei kleinen Hunden sei das anders.

 

„Nicht nachvollziehbar“

 

Es gebe von Haltern viele Anfragen, ob kleinere Tiere abgegeben werden könnten. „Viele Besitzer wollen die Urlaubspension für eine Katze nicht bezahlen und bringen sie dann“, sagte Plücker. „Das können wir nicht nachvollziehen.“ Auch Kurtze weiß, dass Tierheime im Sommer wegen der Pensionstiere alle Hände voll zu tun haben. In der Regel würden Hunde und Katzen nicht mit in den Urlaub genommen. „Kleintiere werden von Nachbarn betreut“, sagte Kurtze.

Tiere aussetzen und Tiere abgeben, das Problem kennt auch das Tierheim Darmstadt. „Wenn die Ferien angefangen haben, gibt es immer mehr Fundtiere“, sagte Stefanie Fleu. „Sie werden ausgesetzt oder bei uns an den Zaun gebunden.“ Bemerkbar mache sich das schon zu den Osterferien. „An Weihnachten werden gerade Kleintiere mitunter leichtfertig verschenkt. Dann folgt der erste Urlaub.“

Das Tierheim Darmstadt ist mit den Pensionstieren Hunde und Katzen ausgebucht, und das schon seit mehreren Monaten. „Die insgesamt 20 Plätze für Hunde und Katzen sind seit März, April vergeben“, sagte Fleu. „Wir würden auch gerne mehr Pensionstiere aufnehmen. Die Kapazität haben wir aber nicht.“ Im Tierheim Frankfurt sieht es für Pensionstiere noch düsterer aus. „Wir nehmen gar keine auf, weil wir chronisch überbelegt sind“, sagt Leiterin Sabine Urbainsky.

 

Chronisch überbelegt

 

In anderen Regionen ist die Lage mitunter nicht so angespannt wie im Ballungsgebiet Rhein-Main. „Wir haben aufgrund der ländlicheren Region weniger Probleme mit Fundtieren“, sagte Frauke George, Betriebsleiterin von „Tiere in Not Odenwald“ in Reichelsheim. Die Plätze für Pensionstiere seien aber auch in ihrem Heim gänzlich ausgebucht.

Ähnlich ist es im Tierheim Hochtaunus in Oberursel: Die annähernd 20 Pensionsplätze sind begehrt. „Die Situation der ausgesetzten Tiere ist gleichgeblieben“, meinte Tierpflegerin Simona Apanaviciute. Fälle gebe es über das ganze Jahr verteilt.

Der Landestierschutzverband

Der Landestierschutzverband Hessen (Frankfurt) ist einer von 16 Landesverbänden des Deutschen Tierschutzbundes. Er vertritt nach eigenen Angaben mehr als 90 Tierschutzvereine mit

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