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Staatsanwaltschaft: Polizei findet wichtige Zeuginnen im Fall Tugce

Der Mitschnitt der Überwachungskamera und zwei Zeuginnen geben dem Fall Tugce einen brisanten Dreh. Bringt das den entscheidenden Durchbruch bei der Aufklärung einer rätselhaften Todesnacht?
Tugce soll in Bad Soden-Salmünster beigesetzt werden. Foto: Frank Rumpenhorst Tugce soll in Bad Soden-Salmünster beigesetzt werden. Foto: Frank Rumpenhorst
Offenbach. 

Nach der tödlichen Attacke auf die Studentin Tugce A. hat die Offenbacher Polizei zwei wichtige Zeuginnen des Vorfalls gefunden. Wie die Staatsanwaltschaft am Montag bestätigte, sind es die beiden Mädchen, nach denen die Ermittler seit der vergangenen Woche suchen. Angaben zu den Identitäten machte die Behörde jedoch nicht, die beiden Jugendlichen sollen geschützt werden.

Sie sollen sich nach früheren Mitteilungen der Polizei kurz vor dem Zwischenfall in den frühen Morgenstunden stark betrunken im Toilettenbereich des Fast-Food-Lokals aufgehalten haben. Dabei sollen sie von mehreren Männern belästigt worden sein, darunter auch von dem mutmaßlichen späteren Schläger. Die beiden Zeuginnen hätten sich selbst bei der Polizei gemeldet und seien bereits vernommen worden. Details dazu gab die Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen aber nicht bekannt.

Unterdessen veröffentlichte die «Bild»-Zeitung auf ihrer Internetseite den Film der Überwachungskamera des Schnellrestaurants, der die tödliche Attacke auf Tugce A. zeigen soll. Die Studentin aus Gelnhausen war am 15. November bei einem Streit zu Boden geschlagen worden und ins Koma gefallen. Am vergangenen Mittwoch erlag sie ihren schweren Verletzungen. Zwei Tage später, an ihrem 23. Geburtstag, wurden die lebenserhaltenden Maschinen abgeschaltet.

Der mutmaßliche Schläger, ein 18 Jahre alter Mann, sitzt weiter in Untersuchungshaft und schweigt zu den Vorwürfen. Bisher ist unklar, ob Tugce durch den Schlag tödlich verletzt wurde oder durch den Aufprall auf das Pflaster des Parkplatzes. Die Leiche wurde am Montag obduziert. Die vorläufigen Ergebnisse der gerichtsmedizinischen Untersuchung werden für Dienstag erwartet.

Die Studentin soll am Mittwoch (3. Dezember) auf dem Friedhof von Bad Soden-Salmünster in Osthessen beigesetzt werden. Ein Sprecher der Stadtverwaltung bestätigte den Termin. Eine genaue Uhrzeit war zunächst jedoch nicht bekannt. Medienberichten zufolge soll die junge Frau vor der Beisetzung in einer Moschee im benachbarten Wächtersbach aufgebahrt werden.

Ihr Tod erregt auch in der Türkei große Aufmerksamkeit. Die Zeitung «Türkiye» veröffentlichte am Montag einen Artikel mit der Überschrift «Danke Tugce, Seni Seviyoruz» (Danke Tugce, wir lieben dich). Andere Zeitungen begleiteten die Entwicklung im Fall Tugce vor allem nachrichtlich. Die Zeitung «Hürriyet» titelte bereits am Freitag auf Deutsch mit den Worten «Danke Tugce».

Der Vorschlag, Tugce A. das Bundesverdienstkreuz zu verleihen, findet unterdessen immer mehr Unterstützer. Allein die Internet-Plattform «Change.org» verzeichnete bis zum Montag mehr als 140 000 Unterschriften unter einer entsprechenden Petition. Deren Initiatoren wollen erreichen, dass der Studentin posthum die Auszeichnung verliehen wird. Bundespräsident Joachim Gauck will das prüfen lassen.

(dpa)
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