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Streit über Ganztagsbetreuung an Grundschulen im Landtag

Von Schulfrieden keine Spur: Auch im letzten Plenum vor der Landtagswahl prallen die unterschiedlichen Vorstellungen in der Bildungspolitik im Plenum aufeinander.
Alexander Lorz (CDU), hessischer Kultusminister. Foto: Andreas Arnold/Archiv Alexander Lorz (CDU), hessischer Kultusminister.
Wiesbaden. 

In der Debatte um den Ganztagsschulausbau in Hessen hat Kultusminister Alexander Lorz (CDU) im Parlament den Kurs des Landes gegen die Kritik der Opposition verteidigt. Am Pakt für den Nachmittag beteiligten sich mittlerweile rund drei Viertel aller hessischen Schulträger mit insgesamt 208 Grundschulen und Grundstufen von Förderschulen, sagte Lorz am Mittwoch im Wiesbadener Landtag. Im Schuljahr 2018/19 gebe es an rund 1150 Schulen ganztägige Angebote. Das seien etwa 70 Prozent aller allgemeinbildenden Schulen. Dafür stünden zusätzlich zur Grundunterrichtsversorgung knapp 3000 Stellen und damit 1500 mehr als noch zu Beginn der Legislaturperiode zur Verfügung.

Die Opposition forderte dagegen deutlich mehr Engagement und Investitionen für den Ganztagsschulausbau. Die SPD-Fraktion mahnte in ihrem Antrag von der schwarz-grünen Koalition ein Konzept an, wie ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter umgesetzt werden kann. Dabei gehe es nicht nur um einen quantitativen Ausbau, sondern auch um eine Qualitätsoffensive. Der Minister verschließe etwa die Augen davor, wie der Investitionsbedarf in den Schulen sei, kritisierte der SPD-Abgeordnete Christoph Degen.

Die Linken-Bildungsexpertin Gabi Faulhaber sprach beim Pakt für den Nachmittag von einer „Mogelpackung”. Gerade mal zwei Prozent der Grundschulen im Land seien echte Ganztagsschulen. Die Initiative des Landes sei nur eine Sparausführung und ein reines Betreuungsprogramm. Deswegen sei ein grundsätzlicher Kurswechsel in der hessischen Bildungspolitik notwendig.

„Warm, satt, sauber reicht für gute Ganztagsangebote an den Schulen genauso wenig wie für beste Betreuung und frühkindliche Bildung in den Kindertagesstätten”, betonte Wolfgang Greilich von der FDP-Fraktion. Es gehe nicht nur um Aufbewahrungsangebote. Die Angebote müssten auch qualitativ hochwertig und mit einer sinnvollen sowie pädagogisch durchdachten Verbindung von schulischen und außerschulischen Aspekten ausgestattet sein.

Den „Pakt für den Nachmittag” gibt es in Hessen seit dem Schuljahr 2015/2016. Das Angebot soll eine verlässliche Betreuung der Kinder von 7.30 Uhr bis 17.00 Uhr ermöglichen. Das Land stellt dabei rechnerisch von 7.30 Uhr bis 14.30 Uhr die Lehrer zur Verfügung. Danach übernehmen die Kommunen als Schulträger die restlichen Stunden. Eltern bezahlen für die zusätzliche Versorgung.

(dpa)
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