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Verkehr: Warum bei Bahn-Störungen die Infos oft so lückenhaft sind

Schon wieder kam es gestern zu erheblichen Behinderungen im S-Bahn-Verkehr im Rhein-Main-Gebiet. Reisende fühlten sich zum Teil schlecht über die Verspätungen und Ausfälle informiert. Das hat auch technische Gründe.
Symbolbild Foto: imago Symbolbild
Frankfurt. 

Eine Signalstörung bei Kelsterbach und ein Notarzteinsatz in der Frankfurter Ostendstraße legten den Bahnverkehr in der Region für mehrere Stunden weitgehend lahm. Reichlich Unmut rief hervor, dass Informationen über Alternativverbindungen längere Zeit auf sich warten ließen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig.

Streckenagenten

„Signalstörungen treten bei Tausenden von Signalen im Verkehrsnetz rund um Frankfurt leider schon mal auf“, räumte eine Sprecherin der S-Bahn Rhein-Main ein. Damit die Kunden auf dem Laufenden gehalten würden, arbeite die Bahn mit Streckenagenten. Diese sammelten Daten über Verspätungen und suchten die nächsten Anschlüsse für die Fahrgäste heraus. Diese Infos würden dann entweder im Zug durchgesagt, auf Anzeigetafeln angezeigt oder auch über die eigens hierfür angelegte Streckenagenten-App aufs Handy überspielt.

Trotzdem hat es gestern offensichtlich nicht gut geklappt. Kunden beschwerten sich auf Facebook, dass längere Zeit keine Informationen gekommen seien. Das liege vor allem daran, dass die Situation auch für die Bahn oftmals nicht ganz klar sei. „Man kann im Vorhinein meist nicht wissen, ab wann eine technische Störung wieder behoben, ein Notarzteinsatz beendet oder ein Ersatzbus bereitgestellt ist“, erklärte die Sprecherin.

Maximilian Meyer vom Rhein-Main-Verkehrsverbund ergänzte: „Besonders wichtig für schnelle Information sind die Echtzeitdaten über die Verspätungen der S-Bahnen“. Diese würden in einer zentralen Datendrehscheibe zusammenlaufen. Über diese Daten könnten die Kunden dann auch in kürzester Zeit über weitere Reiseanschlüsse informiert werden, etwa per Durchsage oder elektronischer Anzeige im Zug.

Trotzdem komme es gerade bei größeren Betriebsstörungen hin und wieder zu fehlerhaften Anzeigen. „Deshalb arbeiten wir mit der Deutschen Bahn als Betreiberin der S-Bahn Rhein-Main zusammen, um die Technik weiterzuentwickeln und Störfallkonzepte zu verbessern“, zeigte sich Meyer optimistisch.

Per Hand eintragen

Etwas kritischere Töne schlug dagegen Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn, an: „Solche technischen Störung kommen häufig vor. Die Bahn kennt dieses Problem.“ Die Fahrdienstleiter müssten Meldungen über Störungen per Hand eintragen. Diese hätten aber bei einer Störung viel zu tun und müssten zuerst dafür sorgen, dass das Problem gelöst werde. Deswegen sei die Kommunikation zwischen Kunden und Unternehmen oft schlecht. „Das soll aber keine Entschuldigung sein“, betont Naumann. Bei den Fahrgästen komme dann oftmals bloß eine Verspätungs- oder Ausfallmeldung an. Das sei ein generelles Problem des Unternehmens. Deswegen arbeite die Deutsche Bahn im Haus der Reisendeninformation in Frankfurt an einem völlig neuen Informationssystem. „Das muss jetzt fertig werden. Da sitzen auch wirklich gute Leute dran.“ Ein oder zwei Jahre werde das aber noch dauern, schätzte der Experte.

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