E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Hofheim am Taunus 24°C

Wildpferde in Gießen: Zwei Todesfälle

Seltene Pferde leben seit einem Jahr auf einem umzäunten Gelände in Gießen. Sie werden hier auf die Wildnis vorbereitet. Das übersteht aber nicht jedes Tier.
Pferdepflegerin Ulrike Balzer steht auf einer Weide in Gießen neben einem Wildpferd. Foto: dpa Foto: dpa Pferdepflegerin Ulrike Balzer steht auf einer Weide in Gießen neben einem Wildpferd. Foto: dpa
Gießen.  Eine kleine Herde Wildpferde hat in Gießen ihr erstes Jahr in der Beinahe-Freiheit hinter sich - mit bitteren Erkenntnissen für die Projektleiter. Zwei geschwächte Tiere sind in den vergangenen Wochen gestorben. Im Februar verendete ein Fohlen, seine Mutter musste Anfang März eingeschläfert werden. «Das ist ein naturnahes Projekt und das bedeutet, wir sind mit den Regeln der Natur konfrontiert», sagte Christoph Goebel, Leiter des Bundesforstbetriebes Schwarzenborn.

   «Die Tiere leben hier fast wild. Das kann man nicht mit Haustieren vergleichen», erklärte er. Eine medizinische Behandlung sei nur eingeschränkt möglich gewesen. Trotzdem: Insgesamt sei das erste Jahr sehr gut gelaufen. Die anderen fünf Pferde fühlten sich wohl und seien gut durch den langen Winter gekommen.

   Seit Ende März 2012 üben die seltenen Przewalski-Pferde auf einem ehemaligen US-Militärgelände ein Leben in Freiheit. Bis sie in einigen Jahren in Asien ausgewildert werden können, dienen die Tiere auf dem umzäunten Areal auch als Landschaftspfleger: Sie fressen eine Grasart, die andere Pflanzen oder kleine Tiere verdrängt. Der Bundesforstbetrieb Schwarzenborn leitet das Projekt.

   Der Naturschutzbund Hessen (Nabu) hält solche Maßnahmen für sinnvoll. Daran änderten auch die Todesfälle nichts, sagte Sprecher Berthold Langenhorst. Das Projekt in Gießen geht Goebel zufolge weiter. Im Frühjahr sollen ein bis drei neue Pferde kommen. Es ist auch geplant, auf einem Ex-Standortübungsplatz bei Babenhausen in Südhessen Przewalski-Pferde grasen zu lassen. Das wäre dann der dritte hessische Weidegrund. In Hanau lebt bereits seit 2007 eine kleine Herde.

   Przewalski-Pferde sind eine Ur-Wildpferdeart und stammen aus Zentralasien. Sie galten seit 1970 in freier Wildbahn als fast ausgestorben. Um ihre Art zu retten, werden sie in Zoos nachgezüchtet, einige Exemplare wurden bereits ausgewildert.
Zur Startseite Mehr aus Rhein-Main & Hessen

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen