Auf das richtige Training kommt es an

Limburg. Ralf Ohrmann, Dipl.-Sportwissenschaftler und Trainingspartner unter anderem von Mainz 05, hat für die NNP seinen Trainingsansatz zur Leistungsoptimierung im Spitzensport im Vergleich zum herkömmlichen Konditionstraining erläutert und damit auch die Anwendung im Amateur- und Hobbysport verdeutlicht.

Limburg. Ralf Ohrmann, Dipl.-Sportwissenschaftler und Trainingspartner unter anderem von Mainz 05, hat für die NNP seinen Trainingsansatz zur Leistungsoptimierung im Spitzensport im Vergleich zum herkömmlichen Konditionstraining erläutert und damit auch die Anwendung im Amateur- und Hobbysport verdeutlicht.

«In der heutigen Welt der Trainingslehre existieren viele unterschiedliche Ansätze und Meinungen zum Thema Training und dessen Gestaltung. Wichtig ist, zu verstehen, dass die meisten Ansätze weder falsch noch absolut richtig sind. Ein guter Trainer besitzt die Fähigkeit, sich aus bestehenden Trainingsmethoden die richtigen Ansätze für die entsprechende Sportart herauszusuchen und in ein ganzheitliches Konzept zu verpacken. Eine große Hilfe bei der Erstellung und dem Verständnis für ganzheitliche Konzepte bietet das Prinzip des «funktionellen Trainings».

Oftmals missverstehen Athleten und Trainer funktionelles Training als sportartspezifisches Training. Ihrer Ansicht nach hat jede Sportart ihre eigenen Gesetze. In Wirklichkeit sollte funktionelles Training sogar als sportartübergreifende Trainingsform angesehen werden, denn es konzentriert sich auf die Gemeinsamkeiten von Sportarten, nicht auf die Unterschiede. Grundbewegungsformen wie Laufen, Springen, Seitwärtsbewegungen und Schnellkraftaktionen kommen in vielen Sportarten vor. Aber warum sollten entsprechende Fähigkeiten isoliert trainiert werden und nicht so, wie sie im Bewegungsablauf benötigt werden ?

Versuchen wir das am Beispiel «klassisches Krafttraining an Geräten» zu verdeutlichen.

Erste Überlegung: Überprüfen wir traditionelles Krafttraining an Geräten auf seine Funktionalität, stellen wir fest, dass das Kraftgerät die Stabilisierung für den Sportler übernimmt, da der Trainierende das Gewicht meist auf einer fest vorgegebenen Bahn bewegt. Das ist nicht funktionell, da der Athlet bei der Ausführung praktisch aller Sportarten selbst für Stabilität im Bewegungsablauf sorgen muss. Wer nicht zugleich seine Propriozeption (die Eigenwahrnehmung von Muskeln, Sehnen und Gelenken) trainiert und seine Muskeln sukzessive aufbaut, setzt sich in Wettkampf und Training außerhalb des Kraftraums erhöhter Verletzungsgefahr aus.

Zweiter Gedankenansatz: Wie viele Bewegungen im Sportalltag sind auf nur ein Gelenk- bzw eine Muskelgruppe beschränkt? Keine! Daher beinhalten die Übungen des funktionellen Trainings weitgehend komplexe Bewegungsabläufe, die mehrere Gelenke und Muskelgruppen gleichzeitig beanspruchen. Die Muskelfunktionen werden als kinetische Kettenreaktion betrachtet, und demnach müssen alle Gelenke und Muskeln, die an einer Bewegungsausführung beteiligt sind, systematisch beansprucht werden.

Überträgt man diesen Trainingsansatz auf den Hobby- bzw. Freizeisportler, stellt sich die Frage, wie das Ganze umsetzbar ist. Die Antwort ist recht einfach:

Legen Sie einfach Wert darauf, dass bei Ihren Kraftübungen, ob zu Hause oder im Fitnessstudio, nicht nur die klassischen Kraftgeräte auf Ihrem Trainingsplan stehen. Funktionelle Übungen, die sich an Alltagsbewegungen orientieren und somit auch Alltagsbewegungen trainieren, sollten auf jeden Fall ergänzend auf dem Trainingsplan erscheinen. Das Training soll dazu dienen, Bewegungsabläufe zu verbessern, nicht allein bloße Kraft aufzubauen. Ziel des funktionellen Trainings ist es, Übungen aufzuführen, die die Muskeln genau so trainieren wie Sie sie brauchen. rok

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