Blitzspuren im Wetterpark

Die Klasse 3 der Schule am Eschilishov entdeckte im Wetterpark in Offenbach viel Interessantes.
Offenbach/Eschhofen. 

«Wann darf ein Flugzeug auf dem Frankfurter Flughafen nicht landen?» ist die erste Frage, die Waltraud Bütof, Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst, den wissbegierigen Kindern beantwortet. Sie führt gemeinsam mit Dorothea Paetzold, ebenfalls Meteorologin, die beiden Gruppen der Klasse 3 durch das interessant gestaltete Gelände des Wetterparks. Die Nähe des Frankfurter Flughafens ist nicht zu überhören. In kurzen Abständen dröhnen landende Flugzeuge über die Köpfe der überraschten Parkbesucher hinweg.

Vor der Messstation erklärt Waltraud Bütof die unterschiedlichen Messinstrumente, die die Werte zu Luftfeuchtigkeit, Lufttemperatur, Windrichtung und Wolkenuntergrenze automatisch sammeln und direkt über ein Netzwerk an die Zentrale weiterleiten. Bei einer Wolkenuntergrenze von 200 Metern oder wenn die Landebahn vereist ist, dürfen Flugzeuge nicht landen, betont die Meteorologin, die Wettermeldungen erstellt und direkt an die Flugkapitäne weiterleitet. Vor dem Windmast mit dem rot-weiß gestreiften, sich aufblähenden Windsack erfahren die ZING-Reporter, dass die Windstärke überall einheitlich in zehn Metern Höhe über dem Erdboden gemessen wird. Sehr beeindruckt sind die Kinder von den Satellitenaufnahmen des Wirbelsturms «Wilma», der im Februar 2010 große Gebiete verwüstete. Das ist ganz leicht zu verstehen: Bei Wirbelstürmen spielen warme und kalte Luft Nachlauf, es entsteht ein Strudel, der sich auf der oberen Erdhalbkugel mit hoher Geschwindigkeit dreht. Den Wirbelsturm über dem Land nennt man Tornado, den über dem Wasser Hurrikan.

Jessica Amend, Annika Frasch, Lorena Saraniero, Martina Becker-Haas (Lehrerin), Emely Weber

Wettersatellit Meteosat 9

Im Wetterpark ist das verkleinerte Modell des Wettersatelliten Meteosat 9 zu bestaunen. Der echte Satellit, der von der europäischen Weltraumbehörde ESA in Darmstadt gebaut wurde, ist etwa vier mal so groß und wiegt 2000 Kilogramm. Er fliegt mit eigenem Motor in einer Höhe von 36 000 Kilometern im Weltraum und wurde von der Insel Kourou im Norden Südamerikas mit einer Rakete ins All geschossen. Die abgefallenen Teile der Rakete sind in der Höhe von 600 Kilometern in der Atmosphäre verbrannt. Als Batterie dienen ihm Sonnenzellen. Der Wettersatellit beobachtet die Erdoberfläche und macht alle 15 Minuten ein Bild. Bilder und Daten werden zu Wetterkarten verarbeitet. Man braucht diese Aufzeichnungen für die Wettervorhersage. Diese sind wichtig für den Flugverkehr, die Schifffahrt, die Landwirte, die Autofahrer und den Zugverkehr.

Jason Bülow, Charlotte Esch, David Heibel, Valentina Pfeiffer

Wie schwer ist Luft ?

Zum Thema Luftdruck zeigt Dorothea Paetzold auf ein riesiges drei mal drei mal drei Meter großes orangefarbenes Würfelgestell. Im ersten Experiment versammeln sich alle Kinder als Moleküle dicht nebeneinander. Genauso verhält es sich mit dem Luftdruck: mal ist er hoch, dann ist er tief. Noch erstaunter sind die Kinder über das Gewicht der Luft, die in diesen Würfel hineinpasst. Sie wiegt 27 Kilogramm. Gleich daneben steht ein kleiner Würfel aus Metall, ebenfalls 27 Kilogramm schwer. Er ist kaum zu heben.

Dass man den Druckausgleich auch hören kann, erfährt die Gruppe bei einem dritten Experiment. Zwei Kinder bekommen je eine Plastikflasche, die mit warmem Wasser gefüllt ist. Sie schütten das Wasser aus und verschließen die Flasche sofort wieder. Zuerst entsteht in der Flasche ein weißer Nebel. Wenige Minuten später zerknittert sie wie von Zauberhand. Das passiert, weil die warme, in der Flasche gefangene Luft abkühlt und die Außenluft die weiche Plastikflasche dann zusammendrückt. So kann man den Luftdruck sichtbar machen. Beim Öffnen der Flasche knackt es laut. Der Druckausgleich wird hörbar, toll.

Annika Hilb, Lena Hilb, Emma Litzinger, Jasmin Wittwer, Maria Jung (Lehrerin)

Blitze erzeugen

Am Blitzbaum der Gewitterstation zeigt Waltraud Bütof den Schülern den fingerdicken Blitzkanal, den ein Blitz in einem Eichenstamm hinterlassen hat. Der blau-schwarze Riss geht von oben nach unten. Ein nahendes Gewitter kündigen Wolken an, deren Form die Kinder als Pilze beschreiben. Pauline Junglas weiß aus eigener Erfahrung: «Wenn man kräftig auf dem Teppich reibt, kann man auch einen kleinen Blitz erzeugen» und «Beim Trampolinspringen fängt‘s auch manchmal an zu Bitzeln» ergänzt Colin Schmitz. Es handelt sich dabei um elektrische Entladungen, die einem Gewitter ähnlich sind, erklärt die nette Wetterparkführerin

Theresa Buß, Pauline Junglas, Vivian Ryder, Rima Saleh, Colin Schmitz

Überhitzt Atmosphäre?

An der Sonnenstation erfahren die ZING-Reporter, dass im Zentrum der Sonne 15 Millionen Grad Celcius herrschen. Ein Blitz entwickelt nur eine Temperatur von 30 000 Grad. «Überhitzt sich durch die Sonne die Atmosphäre ?» bohrt Felix Herzog. Waltraud Bütof kann die erstaunten Zuhörer beruhigen. Die Sonnenaktivität verliert sich im Weltall. Auf die Erde gelangen nur etwa 50 Prozent der Sonnenstrahlen, der andere Teil entweicht.

Dass man die Sonne mit einem Spiegel im Wasser einfangen kann, haben die Kinder bisher noch nicht gewusst. Dann zeigen sich die Spektralfarben, die wir sonst nur bei einem Regenbogen am Himmel sehen, in ihrer ganzen Pracht. Bei einer abschließenden Wetterpark-Rallye zeigen die Kinder, dass sie viel gelernt haben. Mit großem Eifer erklimmen sie den hohen Aussichtsturm, doch Nebel erschwert den Blick zum Großen Feldberg. Wiederkommen lohnt sich!

Sascha Böhm, Felix Herzog , Abdul Jalloh, Cedric Odenthal

Der Wetterpark: Eingang: Buchhügelallee 400, Offenbach am Main. Eintritt: frei, Führungen müssen bezahlt werden.

Öffnungszeiten: 8 bis 22 Uhr. Besitzer: Deutscher Wetterdienst, Hauptsitz.

Größe: 20 000 Quadratmeter.

Info: www.wetterpark offenbach.de

Paul Kreft, Selin Gerksar

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