Bullaugen und ein Wald unter der Erde

«Frankfurt baut das neue Städel» steht auf einer großen Tafel. Und die ZING-Journalisten der Klasse 4a der Friedrich-Ebert-Schule in Bad Homburg durften schon mal die Baustelle besichtigen.
Frankfurt. 

«Das ist unser Wald unter der Erde», erzählt uns Kerstin Högel. Sie ist 28 Jahre alt und Architektin bei Schneider + Schumacher, dem Architekturbüro, das im Städel den Erweiterungsbau unter der Erde im ehemaligen Städel-Garten baut. Wir sehen uns diesen Wald an. Es ist feucht und kalt. Presslufthämmer dröhnen über unseren Köpfen. Noch halten viele Baumstämme die Decke, aber wenn das Gebäude fertig ist, bleiben nur zwölf Betonstäbe übrig. In die hügelförmige Decke kommen 195 unterschiedlich große Bullaugen, durch die Licht fällt. Die Bullaugen werden mit Spezialglas abgedeckt. Das soll wie ein Himmel wirken. Um den neuen Raum herum gibt es einen Fluchtgang und zwei große Treppenhäuser. Der Neubau kostet 30 Millionen Euro. Es haben ganz viele Bürger Frankfurts dafür gespendet. Auf der Baustelle werden 100 Arbeiter gebraucht, es gibt allein für die Sanierung des Altbaus drei Bagger und einen Dumper, das ist ein Kettenfahrzeug mit Kipper. Der Baggerfahrer heißt Manfred Flohr.

Boden auf Beinen

Für das Loch, in das die neue Halle kommt, wurden 1800 Lkw voll Erde zu einer Deponie gefahren. Für den ganzen Raum werden schätzungsweise 300 bis 400 Tonnen Stahl und 5000 Kubikmeter Beton verbaut. Die Halle befindet sich zehn Meter unter der Erde. Wegen des Grundwassers wird der Fußboden mit 30 Meter langen «Tischbeinen» in der Erde gehalten, damit das Grundwasser den Boden nicht irgendwann hochdrückt.

Zusammen mit Dr. Martin Engler schauen wir uns die Pläne und das Modell der neuen Halle an. Dr. Engler ist Kustos, das heißt «Hüter» oder «Bewahrer», und er ist für die Kunst nach 1945 verantwortlich. Die wird dann in der neuen Ausstellungshalle gezeigt. Er erklärt uns, dass die Sammlung an Bildern und Kunstwerken in einem Museum immer größer wird und das alte Gebäude nicht mehr ausreichte.

Da das Gebäude des Städels unter Denkmalschutz steht, kamen die Architekten auf die Idee, die neue Halle unter der Erde zu bauen. Zwischen dem alten und dem neuen Städel wird eine Verbindung gegraben. Der Garten wird wieder an der gleichen Stelle sein, nur dann mit Hügeln und Bullaugen.

Die Eröffnung der neuen Halle ist im November 2011.

Klasse 4a unter der Leitung von Klassenlehrerin Maresa Grell

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