Der Barcode sagt, wo‘s langgeht

Die Klasse 4 c der Friedrich-Ebert-Schule in Gonzenheim durfte sich mit ihrer Lehrerin Godela Fettback im Airmail-Center Frankfurt (ACF) umsehen. Dort erfuhren die Nachwuchsjournalisten wie die Post in die Flugzeuge kommt.
Frankfurt. 

Kreuz und quer verlaufen die rasenden Laufbänder des Airmail-Centers-Frankfurt GmbH (ACF) in den riesigen Hallen. Wer kann da nur den Überblick behalten? Plötzlich – ein Band stockt und steht still! Was ist passiert? Stromausfall? Ein Mitarbeiter scannt den Code des Postsacks mit einem rötlichen Lichtstrahl. Danach fährt das Laufband wie von Geisterhand gesteuert wieder weiter – ein Normalfall.

Das ACF ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Fraport-AG (40-Prozent-Anteil), der Lufthansa Cargo AG (40-Prozent-Anteil) und der Deutschen Post AG (20-Prozent-Anteil). Erstaunlicherweise werden hier täglich über 400 Tonnen internationale Luftpost umgeschlagen. Mit rund 400 Flügen gelangen sie zu 300 Zielen in aller Welt. Das ACF ist am Flughafen Frankfurt – der die zentralste und größte Luftfrachtdrehscheibe Europas ist – und befindet sich zwischen den Passagierterminals 1 und 2.

Barbara Hilker, die für die Öffentlichkeitsarbeit und Kundenbetreuung verantwortlich ist, berichtet: "Einzigartig ist die Nähe des Internationalen Postzentrums (IPZ), dass direkt neben dem ACF liegt. Hierdurch wird schnellster Umschlag mit kürzesten Wegstrecken möglich. In Schichten wird rund um die Uhr gearbeitet. Nur Samstagnacht ist keine Postabfertigung, diese Zeit wird für Wartungsarbeiten benötigt."

Immer wieder Alarm

Laut schrillen die Sirenen. Es wird geschrien: "Alle aus der Halle, Alarm!" So könnte es lauten, wenn wieder eine merkwürdige Postsendung, zum Beispiel handgranatenähnlich, entdeckt wird. Dann eilen Bundesgrenzschutz, Spezialteams und Feuerwehr herbei. Äußerste Vorsicht ist dann geboten. Bei Alarm muss schnell die Halle verlassen werden. Und trotzdem muss die Post pünktlich verladen werden, das bedeutet, dass es noch hektischer wird. Glücklicherweise waren es bisher nur Attrappen, bestätigte uns Barbara Hilker.

Der Weg der Post

In der Halle des ACF befinden sich, für das Auge nicht sichtbar, viele moderne computergesteuerte Systeme für die Verteil- und Sortiertechniken. Wendelrutschen bringen Poststücke, die mit einem Barcode-Label versehen sind, zu Stau-Bändern. Nach dem Scannen gelangt die Post mit einem sogenannten Kippschalensorter in die jeweiligen Transportwagen, die zu den unterschiedlichen Flugzeugen gebracht werden.

Die Kippschalen ermöglichen eine Beförderung von Postsäcken bis zu 1,6 Metern Länge. Drei Schalen gehören immer zusammen. Je nach Größe des Postsacks können eine, zwei oder drei Schalen computergesteuert abgekippt werden. Die Post lagert solange im Transportwagen bis das Abrufsignal vom Flugkontrollrechner eintrifft. In der Halle gibt es 127 Wendelrutschen und vier Sonderrutschen, über die die Post läuft. Mit 13 Scannern werden die Daten der Postsäcke eingescannt.

Schnell, schnell

Es eilt, das Flugzeug muss schnell ent- und beladen werden. Luftpost fliegt sehr häufig mit Passagierflugzeugen: Aber zuerst kommt der Passagier mit seinen schweren Koffern, dann die Fracht und die Post, wenn sie nicht fest in Containern gebucht wird, als Beiladung dazu. Wie viel Luftpost mitgenommen wird, entscheidet dann letztlich der Flugkapitän.

Briefe werden in Säcken und diese wiederum in Containern oder Frachtwagen transportiert, wobei ein Postsack maximal 30 Kilo wiegt. Die losen Postsäcke werden hinten in den Passagierflugzeugen in extra Räumen, dem sogenannten Belly, verstaut. Es gibt aber auch Frachtmaschinen, die wesentlich mehr transportieren können. Es darf zu keinen Verspätungen kommen, da dies teuer werden kann.

Insgesamt arbeiten 682 Mitarbeiter bei der Verladung. Für den schnellen Transport hat die Fraport AG ein sehr genaues Transportsystem mit computergesteuerten Terminals in 150 Fahrzeugen. Walter Kursim ist Verfahrenstrainer bei Fraport und berichtet: "Wenn ich einen Auftrag verschicke, müssen die Mitarbeiter im Fahrzeug innerhalb von 90 Sekunden antworten. Sonst wird der Auftrag wieder neu weitergeleitet."

Hier sind sich alle einig, für schnelle Postabwicklung darf es keine Flugeinschränkungen geben. Darüber hinaus wäre wünschenswert: Weniger ausgedruckter Papierkram, der dokumentiert welche Post wohin fliegt.

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