Die wunderbare Welt der Randsportarten

Fußball ist allgegenwärtig, doch gibt es unzählige Sportarten, deren Reiz sich nur einer kleinen Gruppe von Enthusiasten erschließt. Dennoch gibt es auch hier Verbandsligen und Wettkämpfe.

Fußball ist allgegenwärtig, doch gibt es unzählige Sportarten, deren Reiz sich nur einer kleinen Gruppe von Enthusiasten erschließt. Dennoch gibt es auch hier Verbandsligen und Wettkämpfe.

Wenn es im kleinen Wäldchen der Sportparks in Neu-Isenburg hin und wieder dumpfe Aufschläge gibt und der Boden kurz erzittert oder wenn Urschreie auf Kettengerassel folgen, dann steht einen Trainingseinheit des Athletik Sportvereins (ASV) Neu-Isenburg auf dem Programm. Die Rasenkraftsportler des neu gegründeten Sportvereins haben nämlich dort ihr Freilufttrainingsfeld. Wenn der 15 Kilogramm schwere Stein, mittlerweile ein genormter Eisenquader, nach einer mehr oder weniger langen Flugbahn in das eigens dafür errichtete Bett fällt, dann ist dies nicht nur zu hören, sondern auch unter den Füßen zu spüren.

Die 12,5 Kilo schwere Eisenkugel hängt beim Gewichtwerfen der Rasenkraftsportler nicht an einem Seil wie beim Hammerwerfen, sondern an einer Kette – und da «rasselt» es schon mal kräftig, wenn beides nach einem Wurf aufschlägt. Mit Christian Schmitt hat der ASV Neu-Isenburg einen recht erfolgreichen Rasenkraftsportler in dessen Fußstapfen nun der junge Hendrik Nungeß treten könnte.

Heimat der weißen Wölfe

So richtig krachen, wenn gleich nicht so dumpf, dafür aber öfters, lassen es Sportler im Sommer auf einem Spielfeld hinter dem Familien- und Freizeitbad in Langen. Dort sind die «White Wolves» beheimatet. Die «Weißen Wölfe» lassen zwar nicht ihre Zähne aufeinander prallen, sondern es sind die Stöcke der Inlinehockey spielenden harten Kerle. Das Spiel als auch die Regeln haben viel gemein mit Eishockey, doch mangels Eishallen sind die Sportler ins Freie gegangen und aus den Kufen wurden Rollen. Mittlerweile gibt es einen geregelten Spielbetrieb im Rollhockey mit richtigen Liga-Klassen.

Wozu braucht man Radball, Radpolo oder gar Einradhockey? «Ich weiß es nicht, doch wenn man mal dabei ist, unterscheidet sich die Begeisterung von keiner anderen Sportart», betont Robert Geis, Vorsitzender der Abteilung «Radsport» der SKV Mörfelden. Dass diese Radsportarten, dazu auch noch Kunstradfahren, gerade in Mörfelden einen solchen Boom erleben und ganz besondere Erfolge hervorgebracht hat, führt Geis auf die Tradition zurück. Diese begann nach dem Krieg und brachte mit «Schorsch» Reviol und Walter Fritz zwei der erfolgreichsten deutschen Radballer hervor. «Aus guten Sportlern werden gute Trainer und schon setzt sich der Erfolg fort», erklärt Geis.

Und manchmal kommt auch mal ein besonderer Erfolg zugeflogen, so wie derzeit mit Corinna Hein im Kunstradfahren. Die Weltmeisterin und UCI-Worldcupgewinnerin lernte das Kunstradfahren bei ihrem Vater im Schwarzwald und wechselte, aufgrund ihres Studiums an der TH Darmstadt, zum SKV Mörfelden – weil sie dort mit Wanja Lindner einen klasse Trainer vorfand, der einst selbst überaus erfolgreich war.

«Was spielst du – Faustball? Das ist doch was für ältere Herren; zumindest kenne ich das so», meinte eine junge Dame zu ihrer Bekannten auf dem Parkplatz des SSG- Freizeit-Centers in Langen. Auf dem grünen Rasen war ein Netz in ungewöhnlicher Höhe gespannt, auf beiden Spielfeldern stimmte eine gemischte Gruppe die Taktik ab. Dann nahmen die beiden Teams Aufstellung, es erfolgte der erste Aufschlag. Der Ball kam über das Seil, ein gegnerischer Spieler berechnete die Flugbahn und wollte ihn, nachdem er auf dem Boden aufgekommen war, stoppen. Doch nachdem der Ball auf dem Rasen aufgeschlagen war, schoss er wie ein Pfeil davon. Die vielen Bemerkungen ließen vermuten, dass es wohl alle anderen besser gemacht hätten. Beim nächsten Ballwechsel konnten sie es beweisen.

Vom Platz gefegt

Bei der offenen Stadtmeisterschaft im Faustball der Stadt Langen zeigten die Mädchen um Judith Hormann, dass Faustball keineswegs ein «älterer Herrensport» ist. Die jungen Damen fegten alles vom Platz, was sich ihnen entgegenstellte. Dabei starteten sie außer Konkurrenz und wollten nur etwas Spielpraxis sammeln. Nun wollen sie, wie bereits die beiden Herren- und Damen-Mannschaften, in der Liga an den Start gehen. lp

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