Drogen: Überall, aber kaum sichtbar

Limburg-Weilburg. Der Bahnhofsvorplatz, der Neumarkt und diverse Parkhäuser: Das waren noch vor wenigen Jahren die für alle sichtbaren Brennpunkte der Limburger Drogenszene.

Limburg-Weilburg. Der Bahnhofsvorplatz, der Neumarkt und diverse Parkhäuser: Das waren noch vor wenigen Jahren die für alle sichtbaren Brennpunkte der Limburger Drogenszene. Von diesen unrühmlichen Zuständen ist heute kaum noch etwas zu sehen. «Die Rauschgiftdelikte werden konsequent verfolgt, der Bahnhofsvorplatz wurde umgebaut, so dass es keine versteckten Ecken mehr gibt und auch die Gesellschaft hat sich verändert. Sie akzeptiert eine offene Szene nicht mehr», erklärt Thomas Jeworrek, der sich bei der Polizei in Limburg mit diesem Thema befasst. Das bedeute nicht, dass es keine Szene mehr gebe. 469 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz hat die Polizei im vergangenen Jahr im Landkreis registriert. «Die Leute zeigen sich nicht mehr in der Öffentlichkeit und treffen sich eher in den Wohnungen», hat Jeworrek beobachtet.

Polizei-Pressesprecher Bruno Reuscher betont, dass es auch in kleineren Orten Drogenkonsumenten gibt. In Limburg sei die Szene wegen der guten Verkehrsanbindung zusammengekommen. «Dass die Vitos-Klinik in Hadamar oder die Nachsorge-Einrichtung in Villmar eine größere Zahl von Drogenkonsumenten im Umfeld zur Folge hätte, kann man so nicht sagen», tritt Reuscher einer oft geäußerten Meinung entgegen. Zwar bleibe auch mal ein Abhängiger «hängen», aber von deutlichen Trends könne man nicht sprechen.

Die Videoüberwachung des Limburger Bahnhofsvorplatzes habe dazu beigetragen, das Problem der Drogenszene zu verringern. Insbesondere angesichts der tausenden Schülern, die täglich den Bahnhof nutzen, seien die Kameras ein Beitrag, um die Sicherheit zu erhöhen und bei der Aufklärung möglicher Straftaten zu helfen, betont Reuscher.

Auch die Beschaffungskriminalität habe sich verändert. Bei den Autoaufbrüchen macht sich nach Einschätzung des Pressesprechers die Marktlage bemerkbar: «CD-Spieler und Navigationssysteme hat heute fast jeder. Die bringen den Autoknackern kaum noch Gewinn.» Die Zahl der Autoaufbrüche ist vom Spitzenwert 1109 im Jahr 2002 sogar auf 348 im vergangenen Jahr zurückgegangen. vt

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