Ein Mal in der Woche wird gehungert

Dort, wo die Greifvögel zuhause sind, da durften die Schüler der Klasse 4a der Ketteler-Francke-Schule aus Bad Homburg-Kirdorf ihre journalistischen Fragen stellen. Falkenhof hieß das Ziel. Und es führte auf den höchsten Berg im Taunus.
Hochtaunus. 

Der Falkenhof, 1965 von Falknermeister Dieter Koschorek gegründet, ist die älteste und höchstgelegene Falknerei Hessens. Im Moment gibt es dort etwa 30 Greifvögel verschiedener Arten, zum Beispiel Adler, Gänsegeier, Truthahngeier, den sibirischen Uhu, Schnee-Eulen, Wanderfalken und Gerfalken, Milane, Wüstenbussarde, Rotschwanzbussarde, Königsraufußbussarde und einen Rotmilan.

Scharfe Krallen

Greifvögel sind Raubvögel. Sie haben spitze Schnäbel und scharfe Krallen, mit denen sie ihre Beute gut festhalten können. Ihren Kopf können sie bis auf den Rücken drehen. So können sie ihre Umgebung beobachten, ohne sich viel zu bewegen. Ihr Gefieder ist zur Tarnung unauffällig gefärbt.

Greifvögel bevorzugen Fleisch. Sie essen Kaninchen, Tauben, Wachteln, Ratten, Mäuse und Eintagskücken. Das Wichtigste für den Falkner ist: Er muss wissen, dass die Greifvögel Schweinefleisch verabscheuen. Es ist zu zäh für sie.

Jeden Tag wird das Gewöll von den Vögeln erbrochen. Das sind Fellreste, Federn und anderes, alles, was sie nicht verdauen können.

Greifvögel trinken pro Tag nur 1 bis 2 Milliliter Wasser, denn mehr brauchen sie nicht, weil im Fleisch schon sehr viel Wasser enthalten ist. Manchmal trinken sie sogar eine ganze Woche überhaupt nichts. Sie trinken nur, wenn es extrem heiß ist oder wenn sie es wirklich brauchen, und selbst dann nur ein paar Schlückchen.

Einmal pro Woche gibt es für die Vögel einen Hungertag. Das bedeutet, dass sie dann nichts zu fressen bekommen. Denn in der freien Wildbahn finden sie auch nicht täglich etwas zum Atzen (Fressen).

Im Frühjahr bekommen die Vögel ihre Jungen. Sie legen meistens drei bis sechs Eier. Wann die Vögel fliegen lernen, hängt vom Alter ab. Meistens sind sie nach zwei bis drei Monaten erwachsen.

Wie oft die Vögel in der Falknerei fliegen dürfen, hängt vom Wind und der Thermik ab. Wenn die Vögel dann fliegen dürfen, kommen sie meistens auch wieder zurück. Manchmal aber auch nicht. Man kann das nur verhindern, in dem man sich bei den Vögeln beliebt macht, erzählte Ursula Zieten, die Chefin der Falknerei. Das bedeutet, man muss ihnen Futter geben und sie oft fliegen lassen. Beim Ausfliegen kann es manchmal passieren, dass die Greifvögel in Triebwerke von Flugzeugen geraten oder an die Flugzeugscheiben schlagen, dann kann es zu schweren Unfällen kommen.

Hapir frisst Affen

Der größte Adler ist der Hapir. Man nennt ihn auch den Affenadler, weil er Affen frisst. Derzeit wohnen in der Falknerei fünf Adler, vier davon sind Steppenadler, einer ist ein Steinadler. Die Heimat des Steinadlers ist Nordamerika, Europa und Asien. Die Steppenadler leben in Europa und Asien.

Der Wanderfalke kann im Sturzflug eine Geschwindigkeit von 300 bis 350 Kilometer in der Stunde erreichen. Der älteste Greifvogel in der Falknerei auf dem Feldberg ist eine sibirische Uhu-Dame. Sie ist 42 Jahre alt.

Der größte Greifvogel ist der Gänsegeier. Seine Flügel haben eine Spannweite von ungefähr 2,30 Metern. Der Gänsegeier ist zwölf Jahre alt, aber er kann über 70 Jahre alt werden. Er wiegt neun Kilo. Greifvögel darf man nicht einfach jagen, nur wenn man eine offizielle Bescheinigung besitzt. Am Wochenende, wenn schönes Wetter ist, zählt der Falkenhof zirka 100 bis 200 Besucher. Meistens sind es aber nur 10 bis 30 Besucher.

Klasse 4a unter der Leitung von Silke Matissik

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