Ein Musiker muss täglich üben

Im großen Sendesaal des Hessischen Rundfunks haben die Musiker des hr-Sinfonieorchesters ihre Probe. Die Schüler der Klasse 4c der Albert-Schweitzer-Schule waren dabei.
Frankfurt. 

Auf der Bühne sitzen bereits vereinzelt Musiker und stimmen ihre Instrumente ein. Geigen, Querflöten, Klarinetten, Fagotts, Celli, Bratschen, Trompeten, Posaunen, sogar ein Englisches Horn lassen ihre Töne nebeneinander erklingen. Nach und nach treffen weitere Musiker ein. Schließlich sind alle Stühle auf der Bühne besetzt. Dirigent Martin Lukas Meister erscheint. Das Spiel beginnt: Die Geigen setzen ein – Pulcinella, eine Figur aus der Commedia dell’arte, vertont von Igor Strawinsky, wird von dem Kammerorchester des hr -Sinfonieorchesters eingeübt.

Das hr-Sinfonieorchester gehört zu den besten europäischen Orchestern. Jedes Jahr geht es ein- oder zweimal auf Tour. Erfolge feierte es in London, Amsterdam, Wien, Salzburg, Paris, Budapest und Prag.

Dirigent Martin Lukas Meister und das Orchester proben zum ersten Mal miteinander. Jeder Musiker beherrscht sein Instrument, kennt das Stück – absolut und professionell. Jetzt müssen der Dirigent und die Musiker ihre Vorstellungen des Musikstückes miteinander in Einklang bringen. Der Dirigent tut dies vor allem durch seine Körpersprache und mit Hilfe seines Taktstockes. Er bestimmt das musikalische Spiel. Wenn er eine bestimmte Spielweise haben will, lassen sich die Orchesterspieler darauf ein. So kommt der Einsatz des zweiten Fagotts nach Meinung des Dirigenten um den Bruchteil einer Sekunde zu spät. Das Spiel wird unterbrochen – Dirigent und Musiker sprechen sich ab. Das Spiel beginnt erneut. Die Geigen setzen ein, die Flöten stimmen ein, leichtes Klopfen auf das Dirigentenpult – ein bisschen mehr piano. Korrektur auf hohem Niveau.

Der Trompeter Belasz Nemes kommt aus Ungarn. Er hat als Kind ein Musikgymnasium besucht. «Dort», so erzählt er, «ist meiner Lehrerin aufgefallen, dass ich ein besonderes Talent für das Spielen der Trompete habe. Damals war ich 14 Jahre alt.» Nahezu alle Berufsmusiker haben früh angefangen, ihr Instrument zu spielen.

Neben der besonderen Begabung gehört Disziplin zu den wichtigsten Eigenschaften eines Berufsmusikers. Täglich muss geübt werden. Konzertmeister Ulrich Edelmann erzählt, dass man ungefähr 20 Jahre üben muss, um als Berufsmusiker in dieser Liga bestehen zu können. Somit hat der Berufsmusiker die wohl wahrscheinlich längste Ausbildung. Thomas Joseph Gimnich, Spieler des Englischen Horns, meint: «Wenn es einen Nachteil in unserem Beruf gibt, dann ist es der, dass du jeden Tag üben musst – auch im Urlaub.»

Da das Sinfonieorchester jede Woche ein neues Programm einstudiert und aufführt, treffen sich die Musiker jeden Montag bis Mittwoch zur Orchesterprobe. Sie kann bis zu sechs Stunden dauern. Donnerstags findet dann eine dreistündige Generalprobe statt. Am Freitag werden die einstudierten Werke für eine CD oder für eine Radiosendung aufgenommen und abends ist wieder ein Konzert. Am Samstag findet ein Abschlusskonzert außerhalb Frankfurts statt. Am Montag wird ein neues Programm einstudiert.

Ismail, Anna, Jenny, Tony, David, Zühal, Jens, Joaquin, Katrin, Lan Anh, Mareike, Kristian, Niklas, Nacif, Tobias, Andreas, Giuliano, Jasmin, Tim, Sophie, Selin und Arwin

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