Manchmal sieht Unrat wie Kunst aus

Müll ist nicht gleich Müll. Vieles wird erst einmal sortiert, zwischengelagert und dann wieder aufgearbeitet. Für all das ist der Entsorgungsfachbetrieb Meinhardt in Ginsheim-Gustavsburg zuständig, und er überrascht Besucher mit Abfallkunst im Hof.
Kunterbunt und hochgestapelt sind die gepressten Müllballen. Bilder > Kunterbunt und hochgestapelt sind die gepressten Müllballen.
Ginsheim. 

Bei der Ankunft fällt der Blick sofort auf den unterschiedlichen Abfall, der zu einem statuenhaften Gebilde übereinander gereiht ist. Dies gibt einen Ausblick auf die vielseitige Verwertbarkeit von Kunststoffen, Metallen, Pappe, Papier, Glas und weiteren Abfällen. Der Betriebsleiter Dominik Zapf zeigt und erklärt die Vorgänge der Abfalltrennung, denn in diesem Betrieb mit rund 300 Mitarbeitern werden alle Abfallarten sortiert.

So wird aus einem Haufen alter Zahnpastatuben – die stark nach alter Salami riechen – nachdem er den Schredder durchlaufen hat, ein faserartiger Berg. Wie Dominik Zapf weiter erklärt, kann sich in diesem Berg eine Temperatur bis zu 70 Grad Celsius entwickeln. Aus dem Kunststoff ist ein Ersatzbrennstoff entstanden, der in Industrieöfen verwendet wird und dadurch den Verbrauch von Öl und Gas reduziert. In einer manuellen Sortieranlage, die sich erhöht in einer großen Halle befindet, werden gemischte Abfälle auf einem langsam laufenden Band befördert. Vier Arbeitskräfte sortieren dort wieder verwertbares Material mit der Hand aus. An die üblen Gerüche hat sich nach Aussagen des Betriebsleiters das Personal gewöhnt. Die am Anfang erwähnten unterschiedlichen Abfälle lagern zu eindrucksvollen viereckigen Ballen gepresst hochgestapelt auf dem Außengelände. Es werden täglich bis zu 1000 Tonnen Abfall angeliefert und bearbeitet. Ein Teil davon kommt natürlich auch vom Flughafen.

Kaum vorstellbar, dass aus den gebündelten Kunststoffflaschen wieder Polyester für Textilien gemacht und aus vernichtetem Aktenpapier Toilettenpapier hergestellt wird.

Die vielen gestapelten Ballen hinterlassen aufgrund ihrer Materialvielfalt, Struktur und Farbigkeit den Eindruck von moderner Kunst. Abschließend lässt sich sagen: Müll ist doch nicht nur Müll.

Dana, Tamika, Daniel, Sam, Lars, Bendix, Sophie, Alina

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