Mord im Stall: Was Schüler bei den Dottis erleben

Es riecht etwas streng, das Licht ist schummrig-gedämpft, gackernde Geräusche bilden einen permanenten Klangteppich. Der wird ab und zu von einem lauten Kikiriekieeee zerrissen. Klarer Fall: Hier handelt es sich um einen Hühnerstall!
Bad Vilbel. 

Den besichtigen Schüler der Ernst-Reuter-Schule vom Heilsberg, genauer die Klasse 4a mit Lehrerin Anika Vogt. Für das Projekt "Zeitung in der Grundschule" sammeln sie vor Ort auf dem Dottenfelderhof Informationen zum Thema "Hühner", über das sie Artikel für die FNP schreiben sollen.

Von Massentierhaltung keine Spur: Die rund 1000 Hennen und Hähne dürfen sich auf dem Dottenfelderhof nahezu frei bewegen, scharren, picken. Dennoch laufen die meisten nicht einfach so frei herum, bemerken die wissbegierigen Schüler schnell. Warum, erklärt Ansgar Vortmann, Hühnerfachmann des Vilbeler Biobauernhofs: "Zum einen mögen sie lieber Schatten als Sonne und zum anderen sind sie auf der Hut vor Räubern!" Denn die haben es immer mal wieder auf das Federvieh abgesehen: Rund 150 Hühner fallen jährlich Marder, Fuchs und Habicht zum Opfer. "Mord im Hühnerstall", formuliert ein Schülerreporter treffend eine Schlagzeile.

Ganz nah ran dürfen die Jungs und Mädchen. Vortmann gibt denen, die es möchten, ein Huhn auf den Arm. Geduldig lässt sich das Tier berühren, genießt sichtbar die Streicheleinheiten. Doch Hühner können auch anders sein, berichtet der Experte. Mit ihrem harten und scharfen Schnabel picken sie nicht nur nach pflanzlicher Nahrung, sondern auch nach Mäusen, die sie regelrecht jagen, fangen und fressen . . .

Gehackt wird freilich auch nach den Artgenossen. Denn im Hühnerstall gibt es gerade unter den gefiederten Damen eine klare Hack- und Rangordnung. Das hindert die Tiere zum Glück aber nicht daran, fleißig Eier zu legen: Fast jeden Tag eins, bis sie etwa zwei Jahre alt sind. Dann werden sie zu Suppenhühnern.

Das gefällt freilich einigen Schülern nicht. Ansgar Vortmann kann sie aber beruhigen: "Bei uns leben die Hühner wesentlich länger als in konventionellen Mastbetrieben – und bei uns hatten sie ein gutes, abwechslungsreiches Leben!"arz

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