Profi-Trainer bringen Qualität

Limburg. Die Sorgen vieler Sportvereine im Kreis Limburg-Weilburg werden größer. Viele Clubs wissen oft nicht mehr, wie sie ehrenamtliche Posten besetzen,

Limburg. Die Sorgen vieler Sportvereine im Kreis Limburg-Weilburg werden größer. Viele Clubs wissen oft nicht mehr, wie sie ehrenamtliche Posten besetzen, genügend Kinder für ihre Sportart und Sponsoren gewinnen sollen. Wir haben uns mit dem Limburger Christoph Gläser (40) darüber unterhalten, wie man Sportvereine wieder flott machen kann. Der frühere Europacupsieger und sechsfache Deutsche Meister berät heute mit seinem Unternehmen «hockeyconcept» unter anderem im Hamburger Raum erfolgreich führende Hockey-Vereine in Sachen Vereinsmanagement.

Herr Gläser, wie führe ich einen Sportverein erfolgreich?

Gläser: Um das zu beantworten, muss zunächst einmal geklärt werden, was versteht der Verein bzw. seine Mitglieder unter erfolgreich. Erfolgreich kann auch das Spielen in der dritten Liga sein, aber dafür mit toller Anlage, guter Jugendarbeit und intaktem Vereinsleben.

Was soll man machen, wenn der Etat nicht für hauptamtliche Trainer reicht?

Gläser: Die Entwicklung im Sport geht in die Richtung, mit hauptamtlichen Kräften zu arbeiten. Das ist gerade für die kleinen Vereine oft eine schwere Hürde. Renommierte Vereine wie der Limburger Hockey-Club, wo ich meinen Sport erlernte, haben hier den Anschluss verpasst. Das Ergebnis ist gravierend. Möchte man Qualität in einen Vereins bringen, dann geht das kaum noch ohne hauptamtlichen Trainer. Ich bin aber auch davon überzeugt, dass sich die meisten Vereine mit dem richtigen Konzept genau diese hauptamtliche Kraft leisten könnten.

Wie schaffe ich es, genügend Helfer, qualifizierte Trainer und Betreuer für meinen Verein zu gewinnen?

Gläser: Oft sind die Eltern der jungen Spieler bereit, Betreueraufgaben zu übernehmen. Sie wollen aber gefragt werden, müssen angeleitet werden, und die Vereine sollten ihre Mitarbeit gut organisieren. Durch einen hauptamtlichen Cheftrainer kann man weitere Trainer innerhalb der Vereine ausbilden, coachen und eine Perspektive geben. Grundsätzlich kann man diese sehr wichtigen Personen durch ein überzeugendes Konzept motivieren, dabei zu sein. In Zukunft wird die Kombination aus Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen bzw. Dienstleistern nicht wegzudenken sein. Es gibt einfach immer weniger Ehrenamtliche, und die wenigen haben oftmals nicht genügend Zeit, ihre Aufgaben zu erfüllen. Genau da setzen wir mit «hockeyconcept» an. Wir sorgen beispielsweise dafür, dass durch unterschiedliche Aktionen die Zahl der Mitglieder zunimmt.

Wie komme ich an Sponsoren?

Gläser: Schwieriges Thema. Es gibt in jedem Fall einige «No-goes»: Immer die gleichen Leute ansprechen und die typische Frage «Dem Verein geht es nicht gut, auch kleine Spenden oder Budgets helfen uns schon weiter» will keiner mehr hören. Es gibt durchaus auf Unternehmen gute, abgestimmte Ideen, welche einen Verein interessant machen können. Um ein Beispiel zu nennen: Warum nicht den im Verhältnis hohen Bildungsstand der Hockeyspieler zur Nutze machen? In vielen Hockeyvereinen «lauert» sehr interessantes Personal für ortsansässige Wirtschaftsunternehmen. Die Budgets für Personalgewinnung sind immens. Hier hätten Unternehmen die Möglichkeit, durch eine Kooperation über Praktika ihr Personal kostengünstig an das jeweilige Unternehmen heranzuführen.

Wie schaffe ich es, das öffentliche Image, z.B. durch Events und Aktionen meines Vereins, zu verbessern?

Gläser: Zu empfehlen ist die Veranstaltung eines schönen Turniers für Herren-, Damen- oder auch Jugendmannschaften. Das spricht sich in Sportkreisen sehr schnell rum.

Wie halte ich nach der Schule gute Jugendspieler?

Gläser: Für eine Perspektive sorgen, eine erfolgreiche erste Mannschaft, Vereinsverbundenheit, einen guten Trainer und die Stelle für ein «freiwilliges soziales Jahr». Man muss jungen Menschen das Gefühl geben, dass sie gebraucht werden.

(Die Fragen stellte

Robin Klöppel)

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