Sechs Tonnen Ware und ein Firmengeheimnis

"Wie kommt die Ware ins Regal?" fragte sich die Klasse 4 der Grundschule Hausen und besuchte den Rewe-Markt in Fussingen, um dieser Frage nachzugehen.
Fussingen. 

"Piep, piep!", so werden die Hausener und Fussinger Kinderreporter der Grundschule Hausen von den Scannern der Kassen im Rewe-Markt Fussingen begrüßt, als sie die 1250 Quadratmeter große Einkaufsfläche betreten.

Die Mädchen und Jungen sind zu Rewe gekommen, um dort für die "Nassauische Neue Presse" zu recherchieren, wie die Ware eigentlich in den Markt und ins Regal gelangt. Sie erfahren von Marktleiter Markus Wilhelm, dass die Warenbestellung heutzutage gar nicht mehr von Mitarbeitern durchgeführt wird, sondern ganz automatisch durch einen Computer erfolgt. Dieser ist nämlich mit den Kassen vernetzt. Werden zum Beispiel fünf Ravioli-Dosen verkauft, so erkennt das der Scanner an der Kasse des Marktes, und der Computer bestellt selbsttätig einen neuen Vorrat an Ravioli-Dosen, damit die Kunden möglichst immer die Ware kaufen können, die sie möchten.

Täglich ab 6.30 Uhr liefern vier bis sieben Lkw von Rewe und einigen anderen Firmen frische Ware an, und zwar insgesamt zirka sechs Tonnen pro Tag. "So viel!", staunen die Nachwuchsreporter. Markus Wilhelm erklärt, dass dies nötig ist, weil jeden Tag ungefähr 1000 Kunden im Rewe-Markt Fussingen einkaufen. Gerade kommt eine ganz besondere Kundin an den Mädchen und Jungen vorbei, die dem Marktleiter an einem langen Tisch im Eingangsbereich ihre Fragen stellen, an dem sie mit Mineralwasser und Apfelsaft bewirtet werden. Es ist die Mutter eines Reporterkindes, die gerade ihren Einkauf bei Rewe erledigt.

Bevor die Ware ins Regal kommt, muss sie erst einmal mit Hilfe einer Hebebühne vom Lkw abgeladen werden. "Dabei ist es", so Markus Wilhelm, "besonders bei zerbrechlicher oder verderblicher Ware wichtig, dass sie auf Rollcontainern oder Paletten zum Beispiel mit Stangen und Gurten gut befestigt ist." Manchmal werden die Produkte zur Sicherung außerdem mit Plastikfolie eingewickelt. Es ist auch schon einmal vorgekommen, dass ein Rollcontainer vom Lkw heruntergefallen ist. Alle Lebensmittel, die darin gelagert wurden, waren kaputt und der Schaden betrug fast 1000 Euro.

"Werden frische Produkte wie Joghurt, Quark und Käse besonders gelagert?", möchte ein Kinderreporter wissen. Herr Wilhelm erklärt, dass solche Waren mit einem speziellen Kühlaggregat sowohl im Lkw als auch im Kühlregal des Rewe-Marktes kühl gehalten werden. "Insgesamt bezahlt unser Markt für Strom ungefähr 70 000 Euro pro Jahr." Die Jungen und Mädchen staunen. So viel Geld nur für Strom! Gekühlte Ware und insbesondere Tiefkühlkost muss sofort vom Lkw ab- und in die (Tief-)Kühlregale oder den Kühlraum des Marktes eingeräumt werden. Bei den restlichen Produkten kann es fünf bis sechs Stunden dauern, bis sie ihren Weg vom Lkw ins Regal gefunden haben.

Drei Mitarbeiterinnen des Marktes sind für das Einräumen der Regale im mittleren Markt zuständig und kontrollieren die eingeräumte Ware mit dem passenden Lieferschein. Die Kinder beobachten gespannt, wie eine sehr freundliche Angestellte bei der Arbeit ist.

Der Duft von frischem Obst und Gemüse streicht um ihre Nasen und sie hören leise Hintergrundmusik, die ab und zu von Rewe-Werbung unterbrochen wird. "Generell gilt beim Einräumen die Regel: Alt vor neu!", erklärt Markus Wilhelm. "So werden immer zuerst die älteren Produkte verkauft und es kommt nur selten vor, dass mal etwas schlecht wird."

Eine Ausnahme bilden da allerdings frische Waren wie Joghurt oder auch Obst und Gemüse, denn diese Produkte sind oft nicht lange haltbar. Wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, müssen sie weggeworfen werden. Die Nachwuchsreporter erfahren aber, dass die Mitarbeiter fast alle Waren drei Tage vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ausräumen und diese dann billiger verkauft werden.

Auf die Frage, ob ihm seine Arbeit Spaß macht, antwortet Herr Wilhelm spontan: "Ganz viel!" Zu seinem Beruf gekommen sei er durch seine Oma, die ihm vor vielen Jahren eine Stellenanzeige gegeben habe, in der Rewe Auszubildende für den Beruf des Einzelhandelskaufmanns gesucht habe. Seit 1997 ist er nun der Leiter des Marktes in Fussingen.

Besonders spannend war es für die Nachwuchsreporter zu erfahren, wie viel Geld der Rewe-Markt pro Jahr ungefähr einnimmt. "Das ist leider ein Firmengeheimnis", lächelt der Chef verschmitzt.

Nach einer kleinen Führung durch den Lager- und Kühltrakt und die Verkaufsfläche des Marktes verabschiedet er die Mädchen und Jungen. Jeder junge Reporter bekommt noch eine Rewe-Tüte mit allerlei Leckereien und anderen kleinen Überraschungen mit auf den Weg. Alle haben bei dem interessanten Besuch bei Rewe viel Neues erfahren und sind sich einig: Das war ein tolles Recherche-Erlebnis!

Autoren: Amina Allaoui, Julia Angermann, André Belzer, Christin Ende, Laeticia Fester, Merlin Frink, Luisa Haase, Dustin Heep, Sharleena Henrich, Jannik Jeuck, Julia Junker, Yannik Köhler, Elias Laaroussi, Siham Laaroussi, Moritz Lietz, Jonas Maisner, Greta Müller, Felix Ramich, Josephine Schäfer, Alexander Schlapp, Matti Seelbach, Leonie Wagner-Weyand, Aylin Yalgin. Klassenlehrerin: Simone Guth

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