Umstrittene Umgehungsstraßen

Von Eine Kommune, die für eine Bundesstraße eine Umgehung wünscht, braucht viel Geduld. Und sie ist darauf angewiesen, dass sich die Kosten für den Bund im Rahmen halten. Wir stellen heute vier zum Teil umstrittene Umgehungsstraßen-Projekte vor: die B-8-Umgehung in Elz und Bad Camberg, die Limburger Südumgehung (B 54)

Eine Kommune, die für eine Bundesstraße eine Umgehung wünscht, braucht viel Geduld. Und sie ist darauf angewiesen, dass sich die Kosten für den Bund im Rahmen halten. Wir stellen heute vier zum Teil umstrittene Umgehungsstraßen-Projekte vor: die B-8-Umgehung in Elz und Bad Camberg, die Limburger Südumgehung (B 54)

und die Aar-Umgehung.

Elz. Elz leidet unter sehr viel Verkehr. Die B 8 zerschneidet die Gemeinde. Täglich quälen sich mehr als 18 000 Auto- und Lkw-Fahrer durch Elz. Kein Wunder, dass schon seit Ende der 60er-Jahre über eine Umgehungsstraße diskutiert wird. Wie Bürgermeister Horst Kaiser (CDU) sagt, ist schon damals eine Trasse über Offheim zur B 49 hin favorisiert worden, der Offheimer Gemeinderat sei jedoch dagegen gewesen. An der ablehnenden Haltung der Offheimer hat sich bis heute nichts geändert. Sie befürchten zu viel Bundesstraßen-Verkehr auf bestehenden Offheimer Straßen wie zum Beispiel der Kapellenstraße, oder dass sie von ihren Erholungsgebieten «abgeschnitten» werden.

Noch gibt es also keine festgelegte Trasse. Mehr als 350 000 Euro an Planungskosten sind bereits ausgegeben worden. Insgesamt 18 verschiedene Trassen sind nach Angaben Kaisers im Gespräch gewesen. Wie er sagt, ist die Variante 3 (siehe Grafik) im derzeit gültigen Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen im vordringlichen Bedarf eingestuft; der «vordringliche» Bedarf ist die höchste Dringlichkeitsstufe.

Derzeit steht noch ein spezielles naturschutzrechtliches Gutachten für die B-8-Umgehung in Elz aus. Dabei geht es um die Trasse 3. Die würde durch ein Gebiet führen, in dem zwei seltene Schmetterlings-Arten des Ameisenbläulings leben und das deshalb als europaweit bedeutsame Schutzfläche gemeldet und vom Land Hessen ausgewiesen wurde.

Wie Manfred Eichler vom Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) in Dillenburg sagt, war es notwendig, die ursprünglichen Fachbeiträge für die Ortsumgehung zu aktualisieren, weil die bestehenden Daten zu alt waren und keine belastungsfähigen Entscheidungen damit möglich gewesen seien.

Eichler rechnet im Februar 2011 mit einem abschließenden Ergebnis. Theoretisch sei alles möglich: Eine fachliche Ablehnung der Trasse 3 aus naturschutzrechtlichen Bedenken oder eine Lösung im Sinne der Schmetterlinge, was einen Bau nicht mehr ausschließen würde.

Anschließend wird das ASV Dillenburg dem Bund als Baulastträger eine Vorzugstrasse vorschlagen; der Bund muss dann entscheiden.

Was für die Variante 3 spricht: Sie ist mit Kosten von 18,7 Millionen Euro noch immer die kostengünstigste Variante, sagt Eichler. Allerdings ist die Elzer B-8-Umgehung im derzeit gültigen Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen mit nur 12,6 Millionen Euro veranschlagt. Die höheren Kosten ergeben sich aus verstärktem Lärmschutz (Neubaugebiete), höheren Bauwerks-Kosten sowie zusätzlichen Fahrstreifen für den Schwerverkehr in den Steigungsbereichen.

Der Elzer Bürgermeister legt Wert auf die Feststellung, das eine Umgehungsstraße für Elz auch eine Entlastung für die Offheimer Ortsdurchfahrt bringe und als Teil eines regionalen Verkehrskonzepts gesehen werden müsse. Die großen Einzelhandels- und Gewerbeansiedlungen in Offheim und auf der Dietkircher Höhe zögen nun mal erhebliche Verkehrsströme an, die definitiv nicht alle über die B 49 flössen, sondern insbesondere aus dem Westerwald über Hadamar, Elz und Offheim ihren Weg nähmen. So sei die Offheimer Straße in Elz täglich mit deutlich mehr als 9000 Fahrzeugen belastet. Dieser Verantwortung für das Umfeld müsse sich die Stadt Limburg stellen und mithelfen, eine für alle verträgliche Lösung zu finden.

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