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Gelungene EM-Generalprobe für deutsche Korbjäger

Nach zuletzt sieben Niederlagen aus den vergangenen acht Testspielen haben die deutschen Basketballer kurz vor der EM wieder Schwung aufgenommen. Gegen Schweden gab es einen ungefährdeten Sieg. In einer Loge fieberte ein ganz besonderer Fan mit.

Die deutschen Basketball-Nationalspieler feiern den Sieg gegen Schweden. Foto: Daniel Loeb Bilder > Die deutschen Basketball-Nationalspieler feiern den Sieg gegen Schweden. Foto: Daniel Loeb
Bamberg. 

Mit Dirk Nowitzki als Edelfan haben die deutschen Basketballer das ersehnte Erfolgserlebnis bei der EM-Generalprobe gefeiert. Beim 78:66 (40:31)-Erfolg über Schweden zeigte das junge Team von Bundestrainer Frank Menz fünf Tage vor dem Turnierstart die benötigte aufsteigende Form.

Vor 5158 Zuschauern in Bamberg überzeugten vor allem Kapitän Heiko Schaffartzik mit 17 und Center Maik Zirbes mit 13 Punkten beim sechsten Sieg nacheinander über die Skandinavier. Vor dem EM-Auftakt gegen Frankreich hatte die deutsche Mannschaft zuletzt sieben der vergangenen acht Testspiele verloren. Die Schweden hatten in NBA-Profi Jeffery Taylor mit 25 Zählern ihren besten Werfer.

«Es war ein gutes letztes Testspiel, weil wir gewonnen haben», sagte Schaffartzik. «Wir haben versucht, schnell zu spielen, was wir auch bei der EM tun wollen.» Auch der Bundestrainer war rundum zufrieden: «Es war ein ganz wichtiges Spiel nach einem wahnsinnig schweren Programm», sagte Menz. «Wir haben nicht so viele Siege, aber insgesamt hat die Mannschaft viele Spiele sehr, sehr gut gespielt.»

Wie schon in den vergangenen Testspielen legte die deutsche Startformation stark los und führte nach schönen Aktionen von Robin Benzing, Niels Giffey und Tibor Pleiß schnell mit 6:0. Ganz nach dem Geschmack von Menz verteilte sein Team zunächst die offensive Verantwortung auf mehrere Schultern - der Coach wechselte deutlich weniger durch als zuletzt, so dass die Heimmannschaft mehrfach mit einstudierten Spielzügen glänzen konnte.

Nach der Anfangsphase ging der Ball aber immer mehr in die Zone unter dem Korb, wo die Menz-Männer eine erhebliche Reboundüberlegenheit bewiesen. Neben dem erneut überzeugenden Center Pleiß zeigte vor allem Bayern-Profi Benzing im Vergleich zu den jüngsten Auftritten eine deutliche Leistungssteigerung. Zwar ist der Flügelspieler nach langwieriger Reha immer noch nicht vollends bei Kräften und schnappte mehrfach heftig nach Luft, setzte sich jedoch immer wieder stark im Eins-gegen-Eins durch.

Die Intensität des letzten Kräftemessens vor der Euro wurde deutlich, als Center Zirbes nach einem Foul an Brice Massamba leicht mit dem schwedischen 111-Kilo-Koloss aneinandergeriet. Auch die kleine Auseinandersetzung brachte das deutsche Team nicht aus dem Tritt, so dass es seine 17:11-Führung zum Ende des ersten Abschnitts kontinuierlich auf elf Punkte (26:15) ausbaute.

Angeführt von NBA-Profi Taylor von den Charlotte Bobcats blieb Schweden dran und hielt den Abstand bis zur Pause in Grenzen. Der skandinavische Coach Brad Dean musste in Jonas Jerebko wegen Rückenschmerzen auf seinen zweiten Akteur aus der nordamerikanischen Liga verzichten. Während der Flügelspieler der Detroit Pistons bis zur EM wieder fit sein dürfte, stehen Menz seine fünf NBA-Profis um Superstar Nowitzki für das Kontinentalturnier nicht zur Verfügung. Vor dem letzten Test hatte der Bundestrainer seinen endgültigen Zwölf-Mann-Kader benannt und dabei den Bayreuther Guard Nicolai Simon gestrichen.

In der zweiten Halbzeit führte Schaffartzik sein Team mit drei getroffenen Dreipunktewürfen im dritten Viertel endgültig davon. Die Schweden kamen zwar im Schlussabschnitt noch einmal auf elf Punkte heran, konnten den Gastgeber aber nicht mehr ernsthaft gefährden - ein Ergebnis, das auch Nowitzki hoch oben in einer Loge der Stechert Arena gefallen haben dürfte.

(Von Florian Lütticke, dpa)
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