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Deutschland im Halbfinale: Gomez bleibt und will das Finale sehen

Der verletzte Nationalspieler feiert am Sonntag Geburtstag. Er will ihn in Paris und nicht schon zu Hause feiern.
Geht es Schweinsteiger (links) und Khedira wie Gomez? Ist die EM für sie schon vorbei? Foto: Vassil Donev (EPA) Geht es Schweinsteiger (links) und Khedira wie Gomez? Ist die EM für sie schon vorbei?
Evian. 

Den Titel gewinnen, womöglich den entscheidenden Treffer im Finale erzielen, und alles am Geburtstag – das wäre es gewesen. Doch Mario Gomez ist sehr unsanft aus diesem schönen Traum aufgeschreckt worden: Er hat einen Muskelfaserriss, er wird bei der EM nicht mehr spielen.

Anders als Schweinsteiger und Khedira, die noch auf ihre Genesung hoffen.

„Das ist traurig für uns und für ihn“, sagte Bundestrainer Joachim Löw am Montag und räumte ein: „Er wird uns auf dem Spielfeld sicher fehlen.“

Es ist ein Lob, für das sich Gomez nichts mehr kaufen kann, das aber immerhin Wertschätzung vermittelt. Diese EM sollte auch das Turnier von Mario Gomez werden, so jedenfalls hat sich der lange missachtete Torjäger das vorgestellt. Wohl auch deshalb will er noch so viel wie möglich davon mitbekommen.

Aus Frankreich abzureisen, war für ihn kein Thema. „Er wird die Mannschaft nicht verlassen“, berichtete Löw: „Er hat sofort gesagt, dass er hierbleiben und die Mannschaft unterstützen wird. Er will dabei bleiben. Und er kann sich hier behandeln lassen.“

Wenn schon nicht mehr mittendrin, dann wenigstens noch dabei, mag sich Gomez gedacht haben. Wohl kaum ein Spieler hat die EM bislang so genossen wie er. „Die Nationalmannschaft ist für mich inzwischen absolut ein Bonus, weil ich zeitweise ganz weit weg davon war“, hatte er schon kurz vor der EM gesagt. Kein Wunder, dass er bleiben will, mitfiebern will, zeigen will, dass er zu einer Mannschaft gehört, für die er über Jahre kein Thema gewesen war.

Für die WM 2014 war Gomez von Löw trotz einer überstandener Verletzung nicht nominiert worden. Auch beim AC Florenz hatten sie keine Verwendung mehr für ihn. Als er nach dem Wechsel zu Besiktas Istanbul im vergangenen Sommer die EM als Ziel ausgab, schmunzelte manch einer über den Stürmer, dem vielerorts das Etikett „Chancentod“ anhaftete. Doch Gomez kämpfte, er führte Besiktas als Torschützenkönig zum Meistertitel – und er schaffte ein Comeback in der Nationalelf.

„Dass er 2014 nicht dabei war, war ein schwerer Rückschlag für ihn. Aber sein Ziel war es immer, Teil dieser EM-Mannschaft zu sein“, sagte Löw. Im dritten Gruppenspiel verdrängte Gomez Mario Götze, er überholte mit seinen Toren gegen Nordirland (1:0) und die Slowakei (3:0) Jürgen Klinsmann als deutschen EM-Rekordtorschützen (6) und war im Viertelfinale gegen Italien (1:1 n.V., 6:5 i.E.) bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung einer der Besten.

„Er hat Großartiges geleistet und sich klasse eingebracht“, lobte Löw: „Er bindet durch seine körperliche Präsenz Spieler und kann abschließen wie wenige. Mit rechts, mit links, mit dem Kopf. Er ist kopfballstark und beim letzten Pass in den Sechzehner gefährlich.“

Qualitäten, die dem Bundestrainer, der Mannschaft nun fehlen werden, wie in den ersten beiden Spielen bei dieser EM, als Mario Götze noch als „falsche Neun“ agiert hatte, ehe die „richtige Neun“ Zeichen setzte.

Am Sonntag feiert Mario Gomez seinen 31. Geburtstag. Und: Am Sonntag steigt in St. Denis das EM-Endspiel. Gomez will dabei sein. Und sei es nur als Fan.

(sid)
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