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Lisicki schafft in Wimbledon Sensation

Immer wieder hat Sabine Lisicki in den vergangenen Tagen ihre ganz besondere Liebe zum Grand-Slam-Klassiker in Wimbledon betont. Nun durfte sich die letzte im Feld verbliebene Deutsche mit der Nummer eins Serena Williams messen. Und wuchs über sich hinaus.
Sabine Lisicki strahlt: Sie hat gerade Serena Williams in einem Wimbledon-Match besiegt. Foto: EPA/ANDY RAIN +++(c) dpa - Bildfunk+++ Foto: Andy Rain (EPA) Sabine Lisicki strahlt: Sie hat gerade Serena Williams in einem Wimbledon-Match besiegt. Foto: EPA/ANDY RAIN +++(c) dpa - Bildfunk+++
London.  Sabine Lisicki hat die Wimbledon-Sensation geschafft. Mit einem 6:2, 1:6, 6:4-Sieg gegen die Weltranglisten-Erste und Titelverteidigerin Serena Williams zog die 23 Jahre alte Berlinerin ins Viertelfinale des Grand-Slam-Klassikers an der Church Road ein. Im Kampf um den Einzug ins Halbfinale trifft Lisicki an diesem Dienstag auf Kaia Kanepi aus Estland. Für Williams war es die erste Niederlage nach zuletzt 34 Siegen in Serie. Lisicki steht nach einer beeindruckenden Vorstellung zum vierten Mal nach 2009, 2011 und 2012 im Viertelfinale von Wimbledon. Bei jeder Gelegenheit hatte Lisicki in den vergangenen Tagen betont, wie sehr sie die Atmosphäre im All England Lawn Tennis Club liebe und wie gern sie diesen mythenumwobenen Centre Court betrete. So war der Applaus auch ein bisschen lauter und der Empfang ein bisschen herzlicher, als die blonde Berlinerin am Montagnachmittag vor dem ersten Ballwechsel auf ihre Seite des Netzes schritt. Diesen einzigartigen Tag, an dem nur bei diesem der vier großen Turniere alle Achtelfinal-Partien angesetzt werden, nennen sie in England gerne «Manic Monday». Normalerweise spielen dann die Herren Federer und Nadal, die Damen Scharapowa und Asarenka. 2013 aber durfte Lisicki im ersten Match des Tages auf die bedeutungsvollste Tennisbühne der Welt - und schuf sich ihren eigenen «Magic Monday». Alleine die ersten vier Spiele des ersten Durchgangs dauerten 23 Minuten - da hatte Williams zuletzt schon ganze Sätze für sich entschieden. Lisicki entledigte sich ihres Langarm-Shirts, Williams bändigte ihre anfangs noch etwas flatternde Mähne mit einem Knoten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt demonstrierten beide Protagonistinnen in der nicht ganz voll besetzten Tennis-Arena, dass sie sich in diesem Duell nicht einen einzigen Punkt schenken würden. Als eine krachende Rückhand von Williams im Aus landete, schaffte Lisicki das Break zum 4:2. Immer wieder blickte die jüngere der beiden Williams-Schwestern auf die andere Seite des Platzes und schien sich zu sagen: «Du kleine freche Berliner Göre, was erlaubst du dir da eigentlich?» Lisicki punktete diesmal nicht nur mit ihren bis zu knapp 200 Stundenkilometern harten Aufschlägen. Sie entnervte die Branchenbeste auch mit cleveren Schlägen gegen die Laufrichtung. Nach 44 Minuten stieß die 23-Jährige ein lautes «Come on» aus und nahm Williams zum zweiten Mal den Aufschlag ab zum 6:2. «Wieso sollte ich Angst haben? Serena ist auch nur ein Mensch», hatte Lisicki vor der Partie gesagt. Vor einem Jahr hat sie auch schon einmal bewiesen, dass sie es kann. Im zweiten Satz schien der Mensch aber kurzzeitig zur Maschine zu mutieren. Nur einen Punkt erlaubte die French-Open-Siegerin ihrer Kontrahentin und entschied nach 27 Minuten Durchgang zwei für sich. Der dritte Satz begann für Lisicki bitter. Bei 0:1-Rückstand führte sie bei eigenem Aufschlag 40:15. Mit zwei Netzrollern nacheinander glich Williams zum Einstand aus - wenig später kassierte Lisicki das Break zum 0:2. Ihr gelang ein Re-Break zum 2:3, es wogte hin und her, die Zuschauer erhoben sich von ihren Sitzen - und feierten am Ende die nervenstarke Lisicki.
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