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Spanien gegen Türkei: Nur im Sturm herrscht Flaute

Titelverteidiger Spanien gibt sich trotz Tor-Flaute bei der EM selbstbewusst. Am heutigen Achtelfinal-Einzug zweifelt niemand.
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Nizza. 

Hinten? Ein Bollwerk! In der Mitte? Ballzauberer! Vorne? Nun ja... Spanien spielt bei der Fußball-EM schon wie ein Champion – nur im Strafraum nicht. „Habt Vertrauen, Freunde“, sagt Angreifer Nolito, „die Tore werden kommen.“ Doch selbst wenn die Stürmer-Flaute auch im zweiten Gruppenspiel am heutigen Freitag (21 Uhr/ZDF) in Nizza gegen die Türkei anhalten sollte, an einem Sieg und dem vorzeitigen Achtelfinal-Einzug zweifelt im Lager des Titelverteidigers niemand.

„Ich sehe keine alarmierende Statistik“, sagt Mittelfeldspieler Thiago vom deutschen Rekordmeister Bayern München: „Unsere Mannschaft ist sehr ausgewogen. Wir haben alles, um Tore zu schießen.“ Außer vielleicht den „Killerinstinkt“, das war zumindest im Auftaktspiel gegen überforderte Tschechen die Erkenntnis. Die fleißigen Angreifer Alvaro Morata (23), Nolito (29) und Aritz Aduriz (35) blieben im Abschluss harmlos. Den späten Siegtreffer (87.) erzwang Gerard Piqué – ein Abwehrspieler.

Fernando Torres und Diego Costa, Spaniens wohl beste Strafraumstürmer, dürften bei den vielen vergebenen Chancen zu Hause vor dem Fernseher geflucht haben.

Nationaltrainer Vicente del Bosque weint ihnen dennoch keine Träne hinterher, Torres und Costa passen nicht ins ball- und passorientierte System der Spanier. „Die Angreifer müssen sich immer bewegen und lernen, das Spiel hinter ihnen zu perfektionieren“, sagt Del Bosque.

Und wer braucht schon einen Torjäger, wenn er einen Andrés Iniesta in Topform hat. Der 32-Jährige galt vor dem EM-Start als Auslaufmodell, als Symbol für das Ende der Goldenen Generation im spanischen Fußball. Doch gegen Tschechien wirbelte, dribbelte und dirigierte Iniesta wie ein junger (Fußball-)Gott. „Die Jahre ziehen ins Land – und er wird einfach immer besser“, sagt Teamkollege Sergio Busquets: „Er ist fundamental für uns.“

Beeindruckend ist aber auch der Zusammenhalt im spanischen Team. Dabei besteht der Kader zum Großteil aus Spielern der drei Rivalen Real Madrid, FC Barcelona und Atlético Madrid. Real und Atlético standen sich vor drei Wochen in einem hitzigen und extrem hart geführten Champions-League-Finale gegenüber. „Am ersten Tag hat mich Sergio Ramos gefragt: ’Ist alles geklärt?’. Und ich sagte ihm, dass es kein Problem gebe“, berichtete Rechtsverteidiger Juanfran von Atlético.

Zusammenhalt ist bei der Türkei derzeit eher ein Fremdwort. Verteidiger Ozan Tufan musste sich für seinen fatalen Frisurencheck beim 0:1 gegen Kroatien bösen Spott aus der Heimat gefallen lassen. „Ich finde es nicht nachvollziehbar, dass ein einziger Moment, in dem ich mir die Haare richte, auf die Tagesordnung der gesamten Türkei kommt“, entgegnete der 21-Jährige. Auch sein Club-Boss Aziz Yildirim von Fenerbahce Istanbul schimpfte: Man werfe „ein junges Talent den Wölfen zum Fraß vor“. Tufan hatte sich vor dem Treffer von Luka Modric die Haare gerichtet.

Unter Druck steht bei den Türken aber auch Hakan Calhanoglu. Der Bundesliga-Profi von Bayer Leverkusen war gegen Kroatien völlig abgetaucht. Gegen Spanien will der 22-Jährige wieder zaubern: „Da müssen wir vieles besser machen.“ Auf die Stürmerflaute der Spanier sollten sich die Türken aber nicht verlassen.

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