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Ungarn-GP wird für Mercedes eine Fahrt ins Ungewisse

Mercedes droht beim Großen Preis von Ungarn ein weiterer Rückschlag. Die große Hitze auf dem Hungaroring ist Gift für den Silberpfeil. Im Rennen hat er dabei Riesenprobleme mit den Reifen. Aber insgesamt kann das Team vor der Sommerpause eine prima Zwischenbilanz ziehen.

Mercedes könnte beim Rennen in Ungarn an der Hitze scheitern. Foto: Imre Foldi Mercedes könnte beim Rennen in Ungarn an der Hitze scheitern. Foto: Imre Foldi
Budapest. 

Der Große Preis von Ungarn wird für Mercedes eine Fahrt ins Ungewisse. Von den vier Top-Teams der Formel 1 kommen die Silberpfeile mit den Reifen bei Hitze über die Renndistanz am wenigsten zurecht. Und am Sonntag drohen Temperaturen um die 40 Grad.

Erschwerend hinzu kommt, dass Mercedes wegen des regelwidrigen Solo-Tests mit Pirelli im Mai vom jüngsten Young-Drivers-Test in Barcelona ausgeschlossen war und so die Reifenversion für den Hungaroring nicht ausprobieren konnte. «Es wird wirklich ungewiss für uns», konstatierte Nico Rosberg.

Durchaus denkbar, dass es für Rosberg und seinen Teamkollegen Lewis Hamilton beim zehnten Saisonlauf so läuft, wie in einigen Grand Prix zuvor: Top in der Qualifikation, ein Flop im Rennen. «Das wird ein schwieriges Wochenende für uns», prognostizierte Hamilton. «Die Bedingungen werden uns nicht helfen und wir sind mit den neuen Reifen im Gegensatz zu allen anderen vorher nicht gefahren.» Der britische Champion von 2008 bezweifelt, dass er seinen drei Siegen mit McLaren auf dem 4,381 Kilometer langen Berg-und-Tal-Kurs seinen ersten mit Mercedes hinzufügen kann.

Für Rosberg bleibt es «die große Frage, warum es bei uns bei Hitze nicht so funktioniert». Klar ist allen im Team, dass die Reifen dabei eine Schlüsselrolle spielen. Umso nachteiliger, dass Mercedes beim jüngsten Test in Silverstone ausgeschlossen war und so die neue Pirelli-Varianten erst am Freitag im Training erstmals fahren durfte. «Pirelli hat uns ein paar Informationen gegeben, aber das hilft uns natürlich nicht entscheidend», meinte Rosberg.

Nach den für Mercedes enttäuschenden Ergebnissen auf dem Nürburgring analysierten die Teamverantwortlichen und Ingenieure mit den Fahrern in der Fabrik in Brackley «genau das Verhalten unserer Reifen», sagte Teamchef Ross Brawn. Dieses werde bei der Hitze in Budapest «erneut von besonderer Bedeutung sein». Motorsportchef Toto Wolff maß der Pneu-Problematik ebenfalls höchste Priorität bei: «Während des Rennens auf dem Nürburgring haben die Reifen an unserem Auto überhitzt und wir möchten die Wahrscheinlichkeit minimieren, dass sich dies in Ungarn, wo die Streckentemperaturen ebenfalls hoch sein werden, wiederholen wird.»

Dessen ungeachtet weist das deutsche Werksteam zur Saisonhalbzeit trotz einiger Rückschläge eine bemerkenswert positive Bilanz auf. Schon vor Ungarn hat Mercedes mehr Punkte gesammelt als im gesamten Vorjahr und ist hinter Red Bull mit dem dreifachen Weltmeister Sebastian Vettel überraschend Zweiter der Konstrukteurs-WM. Zudem triumphierte Rosberg bereits zweimal: in Monaco und Silverstone.

«Es lief besser als erwartet», räumte Rosberg ein und sprach von «gigantischen Erfolgen für mich und das Team, aber es fehlt etwas die Konstanz». Ein «Superjahr» wäre es, wenn er «in Sebastians Position wäre. Aber davon bin ich weit entfernt», urteilte der 28-Jährige. Der WM-Achte (84 Punkte) weist 73 Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Vettel (157) auf und hat damit im Titelrennen nur minimale Chancen. Hamilton, mit 99 Punkten Gesamtvierter, sagte nüchtern: «Ich seh mich derzeit wirklich nicht als Titelkandidat.»

Wolff wertete die zwei Siege und sechs Pole-Positionen als Zeichen für einen klaren Aufwärtstrend und gute Arbeit. Zugleich warnte der Österreicher: «Für die zweite Saisonhälfte geben wir uns deswegen aber keinen Illusionen hin.»

(Von Elmar Dreher, dpa)
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