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Olympische Spiele 2016: Vom Pinguin zum Turnfloh: Hessens Olympia-Teilnehmer im Fokus

Knapp 40 Sportler aus Hessen nehmen an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teil. Viele von ihnen starten nicht nur für einen Verein aus der Region, sondern sind auch seit langem hier fest verwurzelt.
Andrea Petkovic im Spiel gegen Yulia Putintseva bei den French Open 2016. Foto: Caroline Blumberg (epa) Andrea Petkovic im Spiel gegen Yulia Putintseva bei den French Open 2016.
Frankfurt.  Ein Tennis-Weltstar, mehrere Weltmeister und einige Medaillenkandidaten - die Deutsche Presse-Agentur stellt fünf Sportler aus Hessen vor, die Deutschland ab Freitag bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro vertreten werden.

Marco Koch (Schwimmen/Darmstadt)

Sein Trainer bescheinigt Marco Koch «eine Art Pinguinform», die ihm unter Wasser zum besten Gleiten überhaupt verhelfe. Auch deswegen ist der Weltmeister über 200 Meter Brust die größte Goldhoffnung der deutschen Schwimmer bei den Olympischen Spielen. Koch, der 1990 zur Welt kam, wuchs im Odenwald auf und trainiert seit der Jugend beim DSW 1912 Darmstadt. Ohne die Hilfe seiner alleinerziehenden Mutter wäre es wohl nichts geworden mit der großen Karriere. Sie fuhr ihren Sohn 40 000 Kilometer pro Jahr zum Training. Erst später zog die Familie um. Eine Schule fürs Leben: «Wenn man aus Darmstadt kommt, kommt man überall zurecht», sagt der Fernstudent der Wirtschaftspsychologie heute augenzwinkernd.

Andrea Petkovic (Tennis/Darmstadt)

Wenn es nur nach ihrem Vater Zoran gegangen wäre, dann wäre Andrea Petkovic womöglich gar nicht Tennisprofi geworden. Zoran Petkovic, der selbst für Jugoslawien im Davis-Cup gespielt hat, riet ihr nämlich wegen ihrer guten Schulnoten zunächst von einer Profikarriere ab. Mit sechs Monaten war Andrea Petkovic mit ihren Eltern aus dem heutigen Bosnien-Herzegowina nach Deutschland gekommen. In Darmstadt wurde die Familie heimisch. Die elfte Klasse des Gymnasiums übersprang sie. Das Abitur machte sie mit einem Notenschnitt von 1,2.

Danach wurde sie dann doch noch eine der besten deutschen Tennisspielerinnen der vergangenen Jahre. Der endgültige Durchbruch gelang ihr 2011, als sie zum Jahresende erstmals in den Top 10 der Weltrangliste stand. Damit rückte sie das deutsche Frauen-Tennis wieder ins öffentliche Interesse. Danach folgte allerdings eine lange Leidenszeit, in der sie häufig von Verletzungen zurückgeworfen wurde.

Fabian Hambüchen (Turnen/Wetzlar)

Schon als Vorschulkind tollte Fabian Hambüchen in der Turnhalle in Wetzlar herum. Sein Vater nahm ihn in die Trainingsgruppe auf und begann 1995 mit ernsthaftem Geräteturnen. Früh galt Hambüchen als hoffnungsvollstes Nachwuchstalent. Heute ist er der erfolgreichste deutsche Turner der jüngeren Vergangenheit. Zunächst sorgte er vor allem am Reck für Schlagzeilen, später entwickelte er sich auch zu einem exzellenten Mehrkämpfer. Seine Titelsammlung liest sich eindrucksvoll: Weltmeister 2007, mehrere Europameistertitel sowie eine Bronze- und eine Silbermedaille bei Olympischen Spielen holte der wegen seiner geringen Körpergröße von 1,64 Metern auch als «Turnfloh» titulierte Ausnahmesportler. In Rio verspürt er einen besonders hohen Erwartungsdruck: «Alle erwarten, dass ich in Rio Gold hole, weil ich 2008 in Peking Bronze und 2012 in London Silber am Reck gewonnen habe», sagte er in einem Interview.

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Gesa Felicitas Krause (Leichtathletik/Frankfurt)

Im Juli wurde Gesa Felicitas Krause Europameisterin über 3000 Meter Hindernis, doch als Favoritin für Olympia sieht sie sich nicht: «Andere sind in Rio an der Reihe, das Rennen zu bestimmen», sagt die Leichtathletin, die in einem sportbegeisterten Elternhaus in Dillenburg aufwuchs und für Eintracht Frankfurt startet. Geboren wurde sie am 3. August 1992 - fünf Tage vor dem Olympiasieg von Dieter Baumann bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona. Darauf wird zu Hause gerne hingewiesen. «Mein Vater hat sich für meine Freunde und mich Wettkampfspiele ausgedacht. Die haben mich an meinem Ehrgeiz gepackt», sagt die Sportsoldatin bei der Bundeswehr. Daneben studiert sie Wirtschaftspsychologie im Fernstudium.

Oliver Geis (Schießen/Kriftel)

Zu den heißen Medaillenkandidaten bei den Sportschützen gehört Oliver Geis. 2015 war er Europameister mit der Schnellfeuerpistole und Weltranglistenerster, 2014 WM-Zweiter und Mannschaftsweltmeister. Geis stammt aus Waldernbach im Kreis Limburg-Weilburg, er machte nach der Schule eine Lehre als Mechaniker, die ihm auch im technik-lastigen Schießsport helfen sollte. Wegen der besseren Trainingsmöglichkeiten ging Geis in die Sportfördergruppe der Bundeswehr und wechselte schließlich vom SV Mengerskirchen zum SV Kriftel, dem Verein von Bundestrainer Detlef Glenz. Auch in der Freizeit dreht sich bei dem 25-Jährigen vieles ums Schießen: Als Hobby nennt Geis nämlich die Jagd.

(dpa/lhe)

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