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Vor dem historischen Coup

Robert Lewandowski wartet immer noch auf seinen ersten Treffer bei der EM. In Polen wird das als Mutmacher gesehen.
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Saint-Denis. 

Robert Lewandowski sprach voller Stolz über dieses „siegreiche Unentschieden“ gegen Weltmeister Deutschland („Gazeta Wyborcza“) und legte sogar für einen Moment seine gewohnte Zurückhaltung ab.

„Da schlummert noch viel Potenzial in uns“, sagte der polnische Stürmerstar nach dem beachtlichen 0:0 gegen den großen Nachbarn. Ganz Polen ist sicher: Vor allem „Lewy“ wird dieses Potenzial bald abrufen – und die „Weiß-Roten“ dann noch weit führen.

Der Bundesliga-Torschützenkönig wartet nach zwei Spielen zwar noch auf seinen ersten Turniertreffer.

Doch anstatt sich Sorgen um den Kapitän zu machen, sieht die Fußball-Nation die ungewöhnliche Flaute sogar als Mutmacher. Nach dem Motto: Wenn jetzt auch noch Lewandowski trifft . . ., dann, ja dann ist vielleicht noch viel mehr drin als das fast sichere „historische Weiterkommen“ („Przeglad Sportowy“).

Taktische Disziplin, gute Organisation, Torgefahr nicht nur durch „Lewangoalski“: Für viele Beobachter ist Polen längst mehr als ein Außenseiter, der nur von einem Helden lebt.

Es gebe zwar noch „ein paar Dinge zu verbessern“, gab Lewandowski zu, aber der Auftritt in Saint-Denis sei der „taktisch beste“ gegen den Weltmeister gewesen. Besser auch als das geschichtsträchtige 2:0 in der EM-Qualifikation.

Zu diesen Dingen gehört die Effizienz vor dem Tor. „Es ist schwierig, ich bin vorne oft alleine“, sagte Bayern-Profi Lewandowski. Natürlich hoffe er auf einen Treffer zum Vorrundenabschluss am Dienstag (18 Uhr/Sat.1) gegen die bereits ausgeschiedene Ukraine; viel wichtiger aber sei das Weiterkommen.

Trainer Adam Nawalka misst seinen Anführer aber nicht (nur) an Toren. „Er ist in jedem Spiel sehr wichtig für uns, für unseren Spielplan“, sagte er. Lewandowski arbeite hart für die Mannschaft, „er zieht die Aufmerksamkeit der Verteidiger auf sich und ermöglicht uns so Chancen“, sagte er.

Die beste vergab Arkadiusz Milik (69.), der Torschütze beim Auftaktsieg gegen Nordirland (1:0), kläglich. „Ach, der Milik!“, jammerte die Zeitung „Rzeczpospolita“, „das war die goldene Chance! Er hätte der Held werden können.“

Milik gab kleinlaut zu, er wäre besser mit dem Bein zum Ball gegangen als mit dem Kopf, „aber es hilft ja nix. Ich versuche, das zu vergessen, aber die Nacht wird lang“.

Immerhin stand die Null auch hinten. „Die Deutschen haben uns das Messer an die Kehle gehalten, wir hätten ersticken können. Aber wir haben uns gewehrt“, sagte der ehemalige Kölner Slawomir Peszko mehr als zufrieden. Nur Lewandowski fand schnell seine übliche Nüchternheit wieder. „Reden wir bitte nicht vom Achtelfinale“, sagte er, „es gibt ja noch ein drittes Spiel.“ Jeder behaupte nun, dass es gegen die Ukraine leichter werde: „Aber im Gegenteil: Es wird schwieriger.“

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