E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Hofheim am Taunus 21°C

Eintracht Frankfurt: Angefressener Schaaf redet Klartext

Nils Petersen lieferte sofort. Sein Hattrick gegen Frankfurt beendete die Freiburger Misserfolgsserie. Eintracht-Trainer Schaaf ging mit seiner Mannschaft hart ins Gericht.
Mann des Spiels: Nils Pedersen. Foto: dpa Bilder > Mann des Spiels: Nils Pedersen. Foto: dpa
Freiburg. 
Bitterer Nachmittag: Die Frankfurter Spieler gehen nach dem Apfiff enttäuscht in die Kabine. Foto: dpa Bild-Zoom Foto: Patrick Seeger (dpa)
Bitterer Nachmittag: Die Frankfurter Spieler gehen nach dem Apfiff enttäuscht in die Kabine. Foto: dpa
Als Thomas Schaaf die deftige Frankfurter Pleite beim SC Freiburg analysieren sollte, rang der Eintracht-Trainer erst einmal um Worte. «Ich weiß gar nicht, wie ich es sagen soll», sagte Schaaf - schimpfte dann aber los, wie es deutlicher kaum möglich gewesen wäre. «Unfassbar, unvorstellbar, nicht zu glauben, dass man so eine Partie in dieser Höhe noch verliert», erklärte der 53-Jährige nach dem 1:4 (1:0) am Samstag vor 24 000 Zuschauern im ausverkauften Schwarzwald-Stadion. Jeder spürte: Im früheren Bremer brodelte es gewaltig.

Schaaf findet deutliche Worte

Die Eintracht hatte zum Rückrunden-Auftakt der Fußball-Bundesliga in Freiburg beim bisherigen Tabellenletzten durch ein Tor von Marco Russ schon nach 46 Sekunden mit 1:0 geführt und die Partie in der ersten Halbzeit dominiert. Daher sei es umso unverständlicher, erklärte Schaaf, dass seine Mannschaft sich noch so viele Tore habe «einschenken» lassen. Denn statt nachzulegen und alles klar zu machen, wehrte sie sich nach dem Seitenwechsel nicht mehr richtig und ließ sich von den bis dahin unterlegenen Freiburgern regelrecht abschießen.

Das brachte Schaaf in Rage. «Die Frage ist: warum verlieren wir hier? Weil es vollkommen unnötig und weil es unverständlich ist», kritisierte er. «So was darf man nicht zulassen, wenn man etwas erreichen will. Das ist das, was wir noch als Mentalität aufnehmen müssen: Spiele gewinnen zu wollen auf Teufel komm' raus.» Man dürfe dann eben auch nicht so fahrlässig mit den eigenen Chancen umgehen.

Pedersen schießt die Eintracht ab

Vladimir Darida (61. Minute, Foulelfmeter) und der erste lupenreine Freiburger Hattrick der Bundesliga-Geschichte durch den von Werder Bremen ausgeliehenen Winter-Neuzugang Nils Petersen (63., 69., 88.) drehten die Partie und besiegelten das Frankfurter Schicksal. Zuvor hatte Stefan Aigner, der Daridas Strafstoß mit einem Foul an Christian Günter verursachte, eine Großchance der Gäste vermasselt: sein Querpass fand nicht den freistehenden Torjäger Haris Seferovic (51.). Statt 2:0 in Führung zu gehen, gerieten die Gäste unter Druck - und gingen zum Start der Englischen Woche unter.

So fand die Erlebniswelt Eintracht, in der in dieser Saison durchschnittlich mehr als vier Treffer pro Spiel fallen, dieses Mal nur vor dem eigenen Tor statt. Während das Top-Sturmduo Alexander Meier (13 Tore) und Seferovic (7) offensiv lediglich punktuell zum Zug kam, wirkte die Defensive um Russ und Bamba Anderson schon in der ersten Halbzeit anfällig - und leistete danach kaum noch Gegenwehr. Die Folge war die Gala des erst in der 46. Minute eingewechselten Neu-Freiburgers Petersen, wodurch die Gastgeber die Abstiegsplätze wieder verlassen konnten.

Bilderstrecke Eintracht Frankfurt: Ärgerliche Niederlage in Freiburg
Die Frankfurter Eintracht ist mit einer Niederlage in die Rückrunde gestartet. Die Hessen kassierten in Freiburg eine 1:4-Pleite. In unserer Fotostrecke zeigen wir Bilder von der Partie. Fotos: dpa und HübnerRund 24.000 Zuschauer wollten das Spiel zwischen dem SC Freiburg und der Frankfurter Eintracht sehen. Dazwischen mischten sich zahlreiche Schlachtenbummler aus der Mainmetropole.Die Freiburger Fans hielten kurz vor dem Anpfiff Plakate mit der Aufschrift «JA» für einen . . .


Kritik von Russ

Der Traum von der erneuten Europa-League-Teilnahem rückte für die nun viermal nacheinander sieglose Eintracht erstmal in weite Ferne, obwohl Schaaf sogar die vom Asien-Cup zurückgekehrten Japaner Makoto Hasebe und Takashi Inui wieder dabei hatte. Zwar feierte Kapitän Kevin Trapp nach viermonatiger Verletzungspause sein Comeback im Tor - aber auch das half nichts. Abwehrchef Carlos Zambrano, der einen Außenbandriss auskuriert hat, ließ Schaaf noch draußen. Das könnte sich am Dienstag im Heimspiel gegen den Bayern-Bezwinger und Tabellenzweiten VfL Wolfsburg ändern - mittlerweile 38 Frankfurter Gegentore in 18 Spielen erfordern Maßnahmen.

«Wir hätten das zweite Tor nachlegen müssen», haderte Russ. Aber nach der Pause habe das Team zu wenig investiert. Und «wenn wir vorne keinen Zugriff kriegen, dann haben wir hinten Probleme». Auf diese Art kriege man gegen Wolfsburg «zwölf Tore». Das zu verhindern hat wohl auch etwas mit Mentalität zu tun.
Zur Startseite Mehr aus Eintracht Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen