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Eintracht Frankfurt: David Abraham: Warum er die neue Führungskraft bei Eintracht Frankfurt ist

Von Von Lobreden auf ihn will David Abraham gar nichts hören. Dabei ist er bei der Eintracht eine absolute Führungskraft – und dazu für die große spanischsprachige Fraktion besonders wichtig.
Zuwachs für die spanischsprachige Fraktion: Integrationshelfer David Abraham (li.) kümmert sich auch um Neuzugang Andersson Ordonez. Foto: Jan Huebner (Jan Huebner) Zuwachs für die spanischsprachige Fraktion: Integrationshelfer David Abraham (li.) kümmert sich auch um Neuzugang Andersson Ordonez.
Abu Dhabi. 

Im vergangenen Sommer hätte die Frankfurter Eintracht David Abraham „für einen fast zweistelligen Millionenbetrag“ verkaufen können. Auch heute gibt es solche Angebote für den Innenverteidiger eines Fast-Absteigers aus der Fußball-Bundesliga nicht oft. Die Eintracht entschloss sich aber, den Argentinier zu behalten. „Ein Verkauf wäre sportlich nicht vertretbar gewesen. In der letzten Saison war er mit Torhüter Lukas Hradecky unser bester Mann gewesen“, sagte Sportdirektor Bruno Hübner kürzlich in Abu Dhabi.

Abraham selbst, dessen Vertrag inzwischen bis Sommer 2019 verlängert wurde, möchte von solchen Lobreden nichts hören. Schon gar nicht, dass er seit dem Sommer noch wichtiger fürs Team geworden ist, dass er mit einer weiteren Steigerung sehr viel dazu beigetragen hat, damit die Eintracht auf dem vierten Tabellenplatz überwintern kann: „Das ist doch nicht alleine mein Verdienst. Wir alle haben uns verbessert, sind jetzt auf einem Niveau, das wir zuvor hatten vermissen lassen.“

Nicht nur Hübner glaubt, dass der Leistungsschub bei Abraham verschiedene Gründe hat: „Er ist jetzt mehr in der Verantwortung. Er ist zweiter Kapitän, ist wichtig für unsere spanisch sprechenden Spieler, ist nach dem Abgang von Carlos Zambrano der Abwehrchef und hat eine starke Fitness.“

Abraham wird auch wegen seiner Arbeit als Dolmetscher inzwischen gerne als „Mutter der Kompanie“ bezeichnet. Er lacht, als er davon hört. Ja, in einer solchen Multi-Kulti-Truppe hatte er noch nie gespielt. Auch er sah im Sommer durchaus ein Risiko in der Zusammenstellung des Kaders. „Aber jetzt ist es toll zu sehen, wie das funktioniert, wie alle voll mitziehen. Wir haben so viele Nationalitäten und alle ziehen an einem Strang. Es ist wichtig, dass man sich immer gegenseitig hilft.“ Die Eintracht habe nicht nur auf fußballerische Fähigkeiten, sondern auch großen Wert auf gute Charaktere gelegt: „Bei der Zusammenstellung des Kaders hast du immer ein Risiko. Mal gibt es zu viele Deutsche oder zu viele Latinos, überall kann es Grüppchenbildungen geben.“

Bloß kein Nervenkitzel

Nach der verkorksten Saison und der Rettung in quasi letzter Sekunde habe jeder Profi keinen Bock mehr auf einen solchen Nervenkitzel gehabt. „Und wir haben uns den bisherigen Erfolg hart erarbeitet“, denkt Abraham an die Vorbereitung im Sommer zurück, als Trainer Niko Kovac manche Trainingseinheiten auf bis zu drei Stunden ausgedehnt hatte. „Dann konnten wir schnell einige gute Ergebnisse feiern. Dadurch stieg das Selbstvertrauen.“ Und der Glaube an den Trainer, soweit das nach dem Klassenerhalt überhaupt noch notwendig war.

„Alles steht und fällt mit dem Erfolg. Unser Trainer hat ganz klare Ideen, wir als Mannschaft sind dafür da, diese umzusetzen.“ Und dazu sei jeder bereit, jeder wolle dazu- lernen und sich dem Matchplan unterordnen. Das habe in den vergangenen viereinhalb Monaten gut geklappt, jetzt müsse man daran arbeiten, dass es auch in den kommenden Monaten klappt. „Eintracht Frankfurt möchte möglichst weit oben stehen. Und für uns Spieler ist es natürlich auch schön, wenn das klappt. Wir wollen die bestmögliche Platzierung.“

Mehr Verantwortung hat bei David Abraham, der inzwischen gut Deutsch spricht und sich beim Interview nur noch manche Fragen übersetzen lassen muss, auch zu einem robusteren Auftreten auf dem Platz geführt. Negativbeispiel ist der Ellenbogencheck gegen Sandro Wagner im Spiel gegen seinen Ex-Club 1899 Hoffenheim. Doch das war eine Ausnahme. Der „echte“ Abraham war beispielsweise im Derby gegen Mainz zu sehen, als er Gegenspieler Jhon Cordoba so lange fair attackierte, bis dieser die Nerven verlor und vom Platz flog.

Das Gesamtpaket stimmt

Natürlich ist die Trainingsarbeit das Wichtigste für eine gute Form. Aber der Argentinier verweist auch auf das Gesamtpaket, das ihn derzeit zufrieden und leistungsstark macht: „Ich fühle mich in Frankfurt mit meiner Familie pudelwohl. Frankfurt ist eine der schönsten Städte, die ich kenne, ich verstehe mich bei der Eintracht mit allen prächtig.“ Es herrsche bei ihm die notwendige „Harmonie zwischen Fußball und Privatleben“.

Das klingt nicht so, als ob sich die Eintracht große Hoffnungen auf große Einnahmen durch einen Verkauf machen kann, sollte sie das mal wollen. Der Bursche fühlt sich einfach wohl am Main.

Nur als er gefragt wird, ob er sich vorstellen könne, dass in Anlehnung an Charly Körbel, der einst ja auf der gleichen Position gespielt hatte, von ihm einmal als „Treuer David“ die Rede sein könnte, wird es ihm etwas unangenehm. „Charly Körbel, das ist eine Legende. Das werde ich nie schaffen.“ Ihm reicht es, wenn er es schafft, „auf dem Platz immer das Beste zu geben“.

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