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Dieser Verlust tut weh

Vor der Saison wechselte Torjäger Olivier Occean ausgerechnet zum Mitaufsteiger Eintracht Frankfurt. Sein Weggang ist einer der Gründe, warum es beim Neuling noch nicht läuft.
Stürmer Olivier Occéan wechselt von Frankfurt nach Kaiserslautern. Foto: dpa Stürmer Olivier Occéan wechselt von Frankfurt nach Kaiserslautern. Foto: dpa
Frankfurt. 

Es gibt rund 500 Spieler in der Fußball-Bundesliga, aber kaum einen mit einer derart bunten Lebensgeschichte. Olivier Occean ist der Sohn haitianischer Eltern, geboren und aufgewachsen im französischsprachigen Teil Kanadas. Er hat erst in New York und dann die längste Zeit seiner Karriere in Norwegen gespielt, seit diesem Sommer ist er der neue Mittelstürmer von Eintracht Frankfurt. Am meisten vermisst wird Occean aber bei der Spvgg. Greuther Fürth, die er mit 17 Toren in der 2. Liga zum Aufstieg schoss. Dass die Fürther nun eine Etage höher so große Probleme haben und die Frankfurter so großen Erfolg, liegt auch an seinem Wechsel.

Am Freitagabend spielt Occean mit seinem neuen Verein gegen seinen alten. "Klar freue ich mich auf dieses Spiel", sagt der bullige Angreifer. Sein Tipp lautet "2:0 für uns, die Eintracht", aber dieser Tipp ist nicht sonderlich mutig. Sein Weggang hat die Fürther derart geschwächt, dass sie nun mit den wenigsten Punkten und den zweitwenigsten Toren aller 18 Vereine auf dem letzten Platz der Bundesliga stehen.

"Olivier Occean ist ein sehr torgefährlicher Spieler. Er kann die Bälle vorne halten und auch verteilen", erklärt Armin Veh. Das sind Eigenschaften, die der Frankfurter Trainer schätzt und sein Kollege Mike Büskens in Fürth vermisst. Der Neuling hat seit Occeans Weggang den Brasilianer Edu, den Senegalesen Djiby Fall und den Kameruner Franck Ohandza verpflichtet. Aber keiner konnte den 28-fachen Nationalstürmer Kanadas bislang annähernd ersetzen. Ein Stürmertor in zehn Pflichtspielen ist die karge Fürther Ausbeute in dieser noch jungen Saison. Das schoss Edu zuletzt beim 1:1 gegen Werder Bremen.

Dass Occean den Verein nach dem wohl größten Erfolg und der bislang besten Saison seiner Laufbahn verließ, hat viel mit dem bunten, außergewöhnlichen, aber gerade deshalb auch nicht sonderlich einträglichen Verlauf dieser Karriere zu tun. Mit mittlerweile 31 Jahren wollte der Stürmer auch endlich einmal für einen namhaften Verein spielen und dabei richtig Geld verdienen.

"Klar, der Aufstieg mit Fürth war eine super Erfahrung für mich, das vergisst man nicht", meint er. Aber Frankfurt könne ihm eben noch weitaus mehr bieten: "Großes Stadion, große Tradition, schöne Stadt." Eine Ablösesumme von 1,3 Millionen Euro und deutlich mehr Gehalt als in Fürth war Occean der Eintracht wert. "Das ist im Fußball eben so, dass man wirtschaftliche Chancen nutzen möchte", sagt Büskens.

Für die Eintracht hat Occean bislang ein Tor in sechs Bundesliga- spielen erzielt – diese Bilanz ist noch ausbaufähig. Ansonsten aber hat er mittlerweile alles erreicht, was er sich bei seinem Abschied aus Kanada von seiner Karriere erträumt hatte. Er spricht fünf Sprachen (Englisch, Französisch, Kreolisch, Norwegisch, Deutsch), verdient gutes Geld und ist nach einigen Umwegen in einem Land gelandet, in dem "der Fußball eine große Tradition hat". dpa

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