E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Hofheim am Taunus 24°C

Eintracht Frankfurt: Pokal-Held Ante Rebic setzt sich gegen jeden Gegner durch

Ante Rebic ist an einem Eintracht-Abend für die Ewigkeit nicht zu bremsen. Das bekommt auch sein Trainer zu spüren.
Nicht zu halten: Ante Rebic (links) enteilt Niklas Süle. Foto: Jan Huebner (Jan Huebner) Nicht zu halten: Ante Rebic (links) enteilt Niklas Süle.
Berlin/Frankfurt. 

Auf eine Strafe verzichtete Niko Kovac großzügig. Obwohl er heftig zu Boden gerissen worden war, von seinem eigenen Spieler. Ante Rebic aber war an diesem Abend einfach nicht zu stoppen, nicht einmal von seinem größten Förderer, dem scheidenden Trainer der  F rankfurter Eintracht. „Ich habe es versucht, aber er ist eben doch ein Koloss“, berichtete Kovac augenzwinkernd von dem Moment, in dem das Wunder vollbracht war und in dem ihm der Mann mit dem meisten Anteil daran außer Rand und Band um den Hals gefallen war. Das war auch nur nett gemeint – Rebic wusste, an wen er sich zu wenden hatte.

Bilderstrecke Einzelkritik: So haben sich die Adler im Pokalfinale geschlagen
Das ist der ganz große Triumph! Eintracht Frankfurt gewinnt zum ersten Mal seit 30 Jahren den DFB-Pokal. Sportredakteur Markus Katzenbach bewertet die Spieler in der FNP-Einzelkritik.ÜberragendAnte Rebic: Der Wunder-Möglichmacher. Überragend, wie er vor dem 1:0 die Kugel eroberte und dann eiskalt verwandelte. Sensationell, wie er sich vor dem 2:1 mit seiner ganzen Wucht und Schnelligkeit durchsetzte und wieder die Nerven behielt. Klaute immer wieder Bälle, sorgte immer wieder für Gefahr und die besonderen Momente. Weltklasse.

„Ich habe Niko einfach Danke gesagt. Danke für die Möglichkeit, Tore zu machen und den Pokal zu gewinnen“, berichtete der 24-jährige Kroate hinterher, sonst machte er keine großen Worte, das ist auch nicht sein Fall. Dafür waren nach dem sagenhaften Pokal-Triumph andere zuständig, vor allem Kevin-Prince Boateng, „Wir haben eine Maschine. Was der gestern abgerissen hat, unglaublich“, rief der Frankfurter An- und Wortführer den Fans bei der Pokalsiegerparty tags drauf auf dem Römerberg zu, deutete nickend auf den neben ihm stehenden Rebic und plauderte launig ein in der Kabine besprochenes Erfolgsgeheimnis aus. „Er hat in seinem Super-Deutsch zu mir gesagt: Bruder, schlag den Ball lang. Da habe ich ihm gesagt: Bruder, ich schlag den Ball lang.“

Er stach raus: Matchwinner, Mann der Stunde, Eintracht-Star - Ante Rebic.
Eintracht Frankfurt Pokalheld Rebic: Die "Wuchtbrumme" als Eintracht-Glücksfall

Ante Rebic war als zweifacher Final-Torschütze der Frankfurter Matchwinner gegen die Bayern. Dem pfeilschnellen Offensivspieler eilte ein schlechter Ruf voraus - zu Unrecht, wie Trainer Niko Kovac verriet.

clearing

So einfach kann Fußball sein: Vor dem 1:0 in der elften Minute eroberte Rebic die Kugel und verwandelte den Doppelpass mit dem in der Spitze glänzenden Boateng, zehn Minuten vor Schluss besorgte er nach Danny da Costas nach vorne gedroschenem Ball das 2:1. Den Nationalverteidigern Mats Hummels und Niklas Süle nahm er etliche Meter ab, setzte sich wuchtig durch und hob den Ball gefühlvoll an Bayern-Torwart Sven Ulreich vorbei. „Eine unfassbare Energieleistung“, schwärmte Sportvorstand Fredi Bobic.

Bilderstrecke Frankfurt holt den Pott: Empfang der Pokalhelden
Die Pokalhelden von Eintracht Frankfurt sind am Sonntag (20.05.) nach einer durchfeierten Nacht in der Bundeshauptstadt zum zweiten Teil des Party-Marathons in der Mainmetropole gelandet.Ein Sonderflieger mit riesigem Eintracht-Logo setzte um 16:16 Uhr in Frankfurt auf.In einem Autokorso ging es vom Flughafen zunächst weiter zum Frankfurter Römer, wo schon seit den Vormittagsstunden Tausende Fans auf ihre Pokalhelden warteten.

Für ihren großen Coup benötigte die Eintracht Glück, dass die Bayern nicht öfter trafen als beim 1:1 durch Robert Lewandowski (53.), auch dass diese keinen späten Elfmeter bekamen, sondern stattdessen Mijat Gacinovic mit dem 3:1 endgültig alles entschied. Sie verdiente sich das aber auch, mit Mut, Leidenschaft und vollem Einsatz – und einem überragenden Rebic.

Diese Freude muss man im Bild festhalten: Niko Kovac weiß die Eintracht-Fans hinter sich.
Eintracht Frankfurt Niko Kovac verabschiedet sich doch noch als Held aus ...

Gegen seinen neuen Club zeigt Niko Kovac, was für ein guter Trainer er ist – in einem sensationellen Happy End mit besonderer Schlusspointe.

clearing

Schon in der vergangenen Saison hatte er als Leihgabe vom AC Florenz angedeutet, was in ihm steckt. Vor allem in großen Spielen, nicht von ungefähr hatte er bereits beim knappen 1:2 im Pokalfinale gegen Dortmund vor einem Jahr das Frankfurter Tor erzielt. Immer wieder aber schwankte er zwischen Welt- und Kreisklasse. So sehr, dass den Verantwortlichen selbst die auf 3,2 Millionen Euro bezifferte Kaufoption zu teuer waren. In Florenz indes war Rebic aussortiert, die Bedingungen wurden günstiger – und Kovac fehlte noch ein Spitzenmann für besondere Momente, weshalb die Eintracht Ende August am letzten Tag der Transferperiode doch zuschlug und Rebic bald für zwei Millionen Euro auch fest verpflichtete. Bis 2021, hoffentlich ohne Ausstiegsklausel. Inzwischen hat sich der Marktwert verzehnfacht.

Bilderstrecke So feiert Frankfurt seine Pokalhelden auf dem Römerberg
So feierte Frankfurt seine Pokalhelden am Frankfurter Römer.So feierte Frankfurt seine Pokalhelden am Frankfurter Römer.So feierte Frankfurt seine Pokalhelden am Frankfurter Römer.

Wie wichtig er ist, zeigte sich zuletzt, als er mit einem Muskelfaserriss ausfiel. Jetzt fährt er mit Kroatien zur WM, so wie 2014 mit dem damaligen Nationaltrainer Niko Kovac. Dieser hat Rebic stets angestachelt, um ihn auf Trab zu halten. „Viele haben ihm unterstellt, dass er ein schwieriger Charakter und ein schlimmer Finger ist“, sagte Kovac. „Aber eigentlich ist er ein ganz zahmer Bube. Man muss nur wissen, wie man ihn anfasst und manchmal ein oder auch zwei Augen zudrücken.“ An diesem Samstagabend für die Ewigkeit sowieso. Das war einfach umwerfend.

(mka)

Zur Startseite Mehr aus Eintracht Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen