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Desolate Leistung: HSV verliert auch in Hoffenheim

Fünf Niederlagen nacheinander - eine solche Negativserie hat der Hamburger SV zuletzt im Herbst 1970 erlebt. Nach dem 0:3 im Krisenduell bei 1899 Hoffenheim hält der Absturz des HSV ungebremst an. Auch der Druck auf Trainer van Marwijk wird immer größer.
Hoffenheims Andreas Beck (M) bejubelt das 3:0, Hamburg lässt die Köpfe hängen. Foto: Uwe Anspach Hoffenheims Andreas Beck (M) bejubelt das 3:0, Hamburg lässt die Köpfe hängen. Foto: Uwe Anspach
Sinsheim. 

Nach dem nächsten Debakel in dieser immer bedrohlicher wirkenden Saison trauten sich die Spieler des Hamburger SV kaum noch vor die Kurve mit ihren mitgereisten Fans. Wüste Beschimpfungen schlug ihnen nach dem 0:3 (0:2) bei 1899 Hoffenheim entgegen.

Ein erschreckend schwacher und nahezu wehrloser HSV verlor nicht nur gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, sondern kassierte durch die Tore von Roberto Firmino (4. Minute), Niklas Süle (44.) und Andreas Beck (61.) auch die fünfte Niederlage nacheinander. Eine solche Negativserie hatte der letzte, bislang noch nie abgestiegene Dino der Fußball-Bundesliga zuletzt in der Saison 1970/71 erlebt. Möglicherweise wird der Tabellen-16. nun am Sonntag auf einen der beiden Abstiegsplätze durchgereicht. Ganz sicher aber wird der Druck auf den bereits stark in die Kritik geratenen Trainer Bert van Marwijk weiter steigen.

«Ich bin kein Typ, der aufgibt», sagte der Niederländer nach dem Spiel dazu. «Ich habe mir noch keine Gedanken gemacht über meinen Job und werde das auch nicht machen. Es gibt jetzt nur eine Aufgabe: Alle zusammenhalten und das nächste Spiel gewinnen!»

Rafael van der Vaart verteidigte seinen Landsmann ausdrücklich. «Wir stehen in der Kritik, wir spielen katastrophal. Da kann der Trainer nichts für», sagte der Spielmacher beim Pay-TV-Sender «Sky». Seiner Meinung nach müsse van Marwijk nur für die Fehler in der Vereinspolitik der vergangenen Jahre büßen. «Es sind so viele Trainer über die Jahre hier beim HSV gewesen», meinte er. «Sein System verstehen wir. Am Ende des Tages fehlt die Qualität.»

Dabei waren am Samstag beide Mannschaften schwer angeschlagen in dieses Krisenduell gegangen. Van Marwijk stellte seinen HSV auf vier Positionen um, Markus Gisdol seine TSG nach dem 0:4-Debakel in Nürnberg sogar auf fünf. Doch dann sahen 25 603 Zuschauer ein Spiel, in dem sich die TSG mit großem läuferischen Aufwand, deutlichen spielerischen Vorteilen und einem diesmal nahtlos funktionierenden Defensivkonzept gegen ihren Abwärtstrend stemmte. Die Hamburger fügten sich hingegen halb verunsichert, halb leidenschaftslos in die nächste Niederlage. «Ich kann es nicht mehr sehen», schimpfte van der Vaart. «Wir geben alles, aber es geht nicht. So macht Fußball keinen Spaß. Diese Saison ist eine Katastrophe.»

Beim schnellen 0:1 in der vierten Minute hatten die Gäste das Pech, dass Torschütze Roberto Firmino beim Pass von Kevin Volland im Abseits stand. Es hatte sich zuvor aber auch kein Hamburger die Mühe gemacht, den Vorbereiter bei dessen Lauf durchs Mittelfeld zu stören. Das 0:2 kurz vor der Pause nannte van Marwijk «einen Knackpunkt. Das ist das Problem, seit ich hier angefangen habe: Wir haben viele Spielanteile, geben aber viel zu leicht die Tore weg.»

Nach der Pause beherrschte Hoffenheim die harmlosen Gäste fast nach Belieben. «Wir sind total happy, auch für uns war das eine außergewöhnliche Situation», sagte Markus Gisdol. Der TSG-Trainer warnte aber auch: «Wir dürfen uns trotzdem nicht trügen lassen. Die Bundesliga ist zurzeit die wahrscheinlich gefährlichste Liga der Welt.» Für den HSV klingt auch das wie eine Bedrohung.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 32,7 - 67,3

Torschüsse: 14 - 7

gew. Zweikämpfe in %: 49,5 - 50,5

Fouls: 26 - 14

Ecken: 7 - 5

Quelle: optasports.com

(Von Sebastian Stiekel, dpa)
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