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Niersbach: Stürmermangel in deutschem Fußball

Deutschland ist für Wolfgang Niersbach ein automatischer WM-Favorit - aber leider nicht der einzige. Für die Zukunft hofft der DFB-Chef auf mehr Stürmertalente. Hier sieht der Top-Funktionär einen der wenigen Mängel für die Nationalmannschaft.

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach wünscht sich mehr Spitzenstürmer. Foto: Daniel Karmann DFB-Präsident Wolfgang Niersbach wünscht sich mehr Spitzenstürmer. Foto: Daniel Karmann
Hamburg. 

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach beklagt einen Stürmermangel im deutschen Fußball. «Den Typus technisch gut ausgebildeter Mittelfeldspieler haben wir in Überzahl. Wir müssen Stürmer kriegen», sagte Niersbach beim Oddset Talk des Hamburger Fußball-Verbandes.

Neben den von Bundestrainer Joachim Löw präferierten Italien-Legionären Miroslav Klose und Mario Gomez nannte Niersbach nur Stefan Kießling und den Neu-Hamburger Pierre-Michel Lasogga als deutsche Topstürmer.

«Das ist die einzige Position neben den Außenverteidigern, auf der uns Weltklasse in der Breite fehlt», sagte Niersbach. Es sei Aufgabe der Trainer in allen Altersklassen, wieder Topstürmer auszubilden. Löw hatte zuletzt in der Nationalmannschaft in diversen Spielen auf einen klassischen Angreifer verzichtet und die technisch versierten Mittelfeldakteure Mario Götze oder Mesut Özil als sogenannte falsche Neun aufgeboten.

Niersbach erneuerte die WM-Zielvorgabe für die deutsche Nationalmannschaft in Brasilien 2014. «Jeder, der sich mit Fußball beschäftigt, weiß, an welch kleinen Dingen das hängt. Ich kann nur sagen, dass wir eine Mannschaft haben, die vom Potenzial Weltmeister werden kann, auch unter den schweren Bedingungen in Brasilien», betonte Niersbach. «Das Problem ist, 15 andere wollen das auch und sieben oder acht haben die gleiche Aussicht wie wir.»

Den Grund für den Aufschwung im deutschen Fußball sieht Niersbach auch in der Krisenzeit zum Anfang des Jahrtausends begründet. «Es musste damals eine abgrundtiefe Enttäuschung her - wie ein Scheitern bei der EM 2000 und der EM 2004», sagte Niersbach. Dadurch sei die Einführung der Leistungszentren möglich gewesen, in denen nun Talente reifen. «Man musste erst tief fallen, dass die Einsicht kam. Es ist kein Zufall, dass wir jetzt so gut ausgebildete Spieler nach oben kriegen», sagte Niersbach.

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