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Reha statt Rummel

Und wieder einmal ist er nur Zuschauer. Beim Supercup am Samstag in Dortmund fehlt Mario Götze, der nach seiner langwierigen Verletzung noch immer nicht ins Mannschaftstraining beim FC Bayern eingestiegen ist. So fällt das Wiedersehen mit seinen früheren BVB-Kollegen flach.

Mario Götze ist zum Zuschauen verdammt und darf noch nicht trainieren. Foto: Arne Dedert Mario Götze ist zum Zuschauen verdammt und darf noch nicht trainieren. Foto: Arne Dedert
München. 

Es ist wie einst im Mai. 63 Tage nach dem Königsklassen-Finale von Wembley treffen die beiden besten deutschen Fußball-Mannschaften im Supercup aufeinander, und Mario Götze ist wieder nicht dabei.

Noch immer hat der Nationalspieler, der in der Sommerpause für die stolze Summe von 37 Millionen Euro von Borussia Dortmund zu Triple-Sieger FC Bayern München gewechselt war, mit seinem Muskelbündelriss zu kämpfen. Reha statt Rummel - der 21-Jährige wird nach Angaben der «Bild»-Zeitung gar nicht erst an seine alte Wirkungsstätte reisen.

Der Neu-Bayer wird's verschmerzen können. Schon unmittelbar nach Bekanntgabe seines Wechsels an die Isar sah sich der BVB-Zögling heftigen Anfeindungen zahlreicher Dortmunder Anhänger ausgesetzt. Auch bei einem Erscheinen am Samstag beim Supercup hätten dem Nationalspieler verbale Attacken gedroht.

«Ich wollte das so - aus Überzeugung. Ich will beim FC Bayern den nächsten Schritt in meiner Karriere machen», hatte Götze seinen spektakulären Wechsel zum deutschen Rekordmeister begründet. Und ganz fremd ist Bayern dem Angreifer ja auch nicht: In Memmingen im Allgäu wurde Götze geboren, mit sechs Jahren verließ er den Freistaat. «Aber ich möchte es jetzt nicht unbedingt als Rückkehr in die Heimat bezeichnen», betont Götze. Ein wenig wohl schon: Immerhin ist auch sein älterer Bruder Fabian vor Ort, er kickt seit diesem Sommer vor den Toren Münchens beim Drittligisten SpVgg Unterhaching. In diesen Tagen soll die Familien-WG bezogen werden.

Götze ist der teuerste Transfer innerhalb der Bundesliga, von Superlativen ist neben dem Platz beim Jung-Nationalspieler aber nichts zu spüren. Fast schon schüchtern absolvierte der Offensivmann seine bisherigen Auftritte bei den Münchnern. Bei seiner Vorstellung etwa sprach er mit leiser Stimme und ließ sich auch durch überschwängliches Lob nicht aus der Reserve locken. «Wir als Club freuen uns sehr, einen der herausragenden Spieler auf dieser Welt begrüßen zu können», erklärte Sport-Vorstand Matthias Sammer.

Der Gepriesene mag's deutlich bescheidener. «Wir haben alle in der Mannschaft sehr große Ziele und haben einen sehr guten Trainer», sagte Götze bei seiner Vorstellung. Überhaupt der neue Coach: Ob Götze nun sein Wunschspieler ist, weiß Pep Guardiola allein. Aber der Trainer hat einen Grundsatz: «Ich liebe es anzugreifen, das ist meine Idee von Fußball.» Da ist Mario Götze bestimmt nicht fehl am Platze.

Doch erst einmal muss sich Götze gedulden. Ende April hatte sich der Angreifer im Halbfinal-Rückspiel der Champions League bei Real Madrid den Muskelfaserriss an der Oberschenkelrückseite zugezogen. Fieberhaft arbeitete Götze, um doch noch für das Finale in Wembley gegen seinen neuen Verein fit zu werden. Es half alles nichts, tief enttäuscht musste Götze schließlich absagen.

Und er fehlt noch immer. Keine einzige Minute konnte Götze bisher im Mannschaftstraining verbringen, bei der Team-Präsentation der Triple-Sieger stand er denn auch ein wenig im Abseits inmitten aller Jubel-Arien. «Ich freue mich, wenn ich endlich trainieren kann», betonte er aber. Dies könnte bald klappen, stellte Teamarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt im «Kicker» in Aussicht. «Er macht Sprints, Ausdauerläufe und viel Koordination.» Das nächste Finale kommt bestimmt.

(Von Michael Fox, dpa)
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