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Löwen Frankfurt: Zwei Gehirntumore überlebt: Wade MacLeod ist ein Kämpfer

Von Wade MacLeod ist mit einjähriger Verspätung in Frankfurt eingetroffen. Der Eishockeystürmer, dem im September 2016 ein Gehirntumor entfernt wurde, ist fit. Er freut sich auf die Saison bei den Löwen und auf die Geburt einer Tochter.
Er kann wieder jubeln: Löwen-Neuzugang Wade MacLeod (rechts), hier noch im Dress der Starbulls Rosenheim, hat den Krebs besiegt. Foto: imago sportfotodienst (imago sportfotodienst) Er kann wieder jubeln: Löwen-Neuzugang Wade MacLeod (rechts), hier noch im Dress der Starbulls Rosenheim, hat den Krebs besiegt.
Frankfurt. 

Am 2. August erlebten die Passagiere in der Ankunfthalle am Rhein-Main-Flughafen einen besonders warmherzigen Empfang. Löwen-Verantwortliche und einige Fans freuten sich, Wade MacLeod und seine schwangere Frau Karly – im September soll die gemeinsame Tochter zur Welt kommen – endlich in Frankfurt empfangen zu können. Im Herzen war MacLeod schon fast ein Jahr lang ein Löwe, nun ist er es auch auf dem Eis. „Die Löwen-Fans und Vereins-Vertreter haben mir viel Zuneigung und Unterstützung während meiner Krankheit gegeben und mir damit geholfen, schneller zu genesen. Das war schön, eine nette Geste, motivierend. Ich spürte die Zuneigung. So etwas vergisst man nicht. Auch darum bin ich jetzt hier“, erklärt der 30 Jahre alte Kanadier, dessen Geschichte unglaublich klingt.

Der von den Starbulls Rosenheim verpflichtete Torjäger sollte schon im vergangenen Sommer die Löwen verstärken. Stattdessen erhielt er die schockierende Mitteilung, dass zum zweiten Mal ein Gehirntumor bei ihm gefunden wurde. In Vancouver wurde der gutartige Tumor entfernt. „Bei der ersten Operation, 2013, hat mir der Arzt versprochen, dass er dafür sorgen werde, dass ich meinem Beruf weiter nachgehen kann. Diesmal war der Angriff kleiner, das Versprechen das gleiche“, erzählt MacLeod.

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Schon wieder sind die Löwen im Kaisersaal – bereits im März feierten die Frankfurter Eishockey-Spieler dort ihr 25-jähriges Jubiläum, letzten Samstag legten sie mit dem Titel der Meisterschaft noch einen drauf. Vor genau einer Woche gewannen die Löwen 5:2 gegen die Bietigheim Steelers und wurden so Meister der zweiten deutschen Eishockey-Liga (DEL2).

Kurz nach dem Jahreswechsel zeichnete sich ab, dass der Arzt sein Versprechen gehalten hatte. MacLeod war für die Fortsetzung seiner Karriere bereit, wollte den Löwen Frankfurt in der entscheidenden Meisterschaftsphase helfen. Doch daraus wurde nichts. „Leider verpasste ich die Wechselfrist um einige Tage“, erinnert sich der Kanadier. Also ging er nach Texas, spielte in der East Coast Hockey League (ECHL) für die Allen Americans. In 24 Spielen erzielte er elf Treffer, zehn weitere bereitete er vor. „Auf meiner Einkaufliste der Kontingentspieler für diese Saison stand Wade an erster Stelle. Er ist nicht nur ein Torjäger, der oft im Powerplay und beim Penaltyschießen trifft, sondern ein Teamspieler, der auch in Unterzahl für die Mannschaft wertvoll ist“, verrät Löwen-Sportdirektor Rich Chernomaz. MacLeod zögerte keine Sekunde, das Angebot anzunehmen. Von Torjäger Richie Mueller hörte er beim alljährlichen individuellen Sommertraining in der gemeinsamen Heimatstadt Vancouver nur Gutes über die Löwen. Das Vertrauen der sportlichen Leitung und die Zuneigung der Fans taten das Übrige.

Dass Wade MacLeod in Europa spielt, ist kein Zufall. Sein Vater Scott spielte einst in der Schweiz und Italien, 1987/88 für den EV Landshut, danach in Augsburg und München und schließlich, bis 1991, in Duisburg. Natürlich wollte er aus seinem Filius – wie jeder Kanadier – einen NHL-Star machen. In der Heimat reichte es aber nur zu einer erfolgreichen College- und später AHL/ECHL-Karriere. Und so empfahl Vater MacLeod dem Sohn einen Wechsel nach Europa. MacLeod junior kam nach Rosenheim, wo er mit CJ Stretch das beste Angriffs-Duo der DEL2 bildete. Nachdem die beiden fast im Alleingang für den Rosenheimer Triumph am Ratsweg gesorgt hatten, verpflichteten die Löwen die „Eishockey-Zwillinge“.

Die breiteren Eisflächen in Europa kamen Wade MacLeod entgegen. „Ich mag mehr Freiräume, da kann ich mein Spiel besser entfalten.“ Probleme bereitete aber die Sprache. „Wenn Trainer Franz Steer bayerisch sprach, verstanden die Deutschen nur die Hälfte. Wenn er Englisch sprach, verstanden die Nordamerikaner nur die Hälfte“, erinnert sich MacLeod. In Frankfurt wird er solche Probleme nicht haben. Da ist die Kabinensprache Englisch.

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